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Der Dreiklang des Verstehens

Verstehen findet auf drei Ebenen statt: Die Reaktionen der Mädchen und Jungen sollen von den psychosozialen Fachkräften als normale Reaktionen auf extreme Lebensbelastungen verstanden werden. Die Unterstützung der Mädchen und Jungen im Verstehen ihrer Reaktionen als normal durch die Vermittlung von traumapädagogischem Fachwissen. Das gemeinsame Verstehen als ein Arbeitsbündnis der Pädagog*innen mit den Mädchen und Jungen auf Augenhöhe, ohne professionelle Verantwortung zu negieren.

Verstanden werden schafft ein Heimatgefühl: „Aber jetzt noch mal zu meiner Lehrerin“, sagt Teresa, „wir haben oft über meine Gefühle geredet oder meine Situation und sie hat gesagt, ja, ich kann verstehen, warum Du ausgerastet bist […]. Und das hat mir einfach ein gutes Gefühl gegeben, es war schon ein Glücksgefühl […], ein Stück zuhause […].“ (Weiß/Melonie/Söder 2019, S. 155)

Noah kennt beides, das nicht verstanden werden und das Verstanden werden. Noah berichtet von seiner Angst in einer Wohngruppe und den traumaunsensiblen Umgang der Pädagoginnen damit. Seine Angst vor dem Dunklen wurde nicht versorgt. Sein Stress erhöht. In einer anderen Wohngruppe respektierten die Pädagoginnen die Angst der Mädchen und Jungen in allen möglichen Lebenssituationen. Und dieses Verstanden werden gibt Noah Kraft für wichtige Aufgaben: „Mein Fazit ist also, dass es viel einfacher ist, sich sicher zu fühlen, wenn man Leute um sich rum hat, die einen verstehen […] dadurch ist es viel einfacher, Sachen in Angriff zu nehmen, auch mit den Betreuern und es ist halt auch einfacher sich an größere Aufgaben zu wagen. […]“ (Weiß/Melonie/Söder 2019, S. 156)