1.9 KiB
111 – Die Entwicklung einer respektierenden Haltung den eigenen Wunden und Schwierigkeiten gegenüber – Chancen für soziale Teilhabe erwirken
6.3
Der Praxis verbunden – zur Entstehung der Traumapädagogik
Die Entstehung der jungen Fachrichtung Traumapädagogik begann in stationären und teilstationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ab Mitte der 1990er Jahre. Spätestens seit der Enttabuisierung sexueller Gewalt beschäftigen sich Pädagoginnen in Einrichtungen der Jugendhilfe und Pflegeeltern und ihre Beraterinnen mit der Frage, wie sie traumatisierte Kinder und Jugendliche – damals sexuell traumatisierte – im pädagogischen Alltag effizienter unterstützen können (Eberhard/Eberhard 2002; Weiß 1996 u. a.). Traumapädagogik ist in der Praxis und aus der Praxis heraus unter reflexiver Auseinandersetzung mit pädagogischen Leitgedanken entstanden. In den letzten zehn Jahren sind traumapädagogische Konzepte entstanden, die sich in ihrer Schwerpunktsetzung und in ihren Bezügen unterscheiden, u. a.: – Pädagogik der Selbstbemächtigung (Weiß 2005; 2016a) – Pädagogik des sicheren Ortes (Kühn 2007) – Die traumazentrierte Pädagogik (Uttendörfer 2008) – Emotionsregulation angelehnt an DBT (Schmid 2008) – Traumapädagogische Gruppenarbeit (Bausum 2009) – Pädagog*innen als Teil der Pädagogik (Lang 2009) – Milieutherapeutische Konzepte (Gahleitner 2011) – Traumapädagogik in der Schule (Ding 2014) – Trauma und behindertes Leben (Kühn/Bialek 2016) – Systemische Traumapädagogik (Jegodtka/Luitjens 2016) Einige Konzepte kommen direkt aus der pädagogischen Praxis und beziehen sich auf pädagogische Theorie und Praxis, andere setzen ihren Schwerpunkt in die Übersetzung von therapeutischem Wissen, Wissenstatbeständen der Psychoanalyse und der Organisationsberatung in die Unterstützung von traumatisierten Mädchen und