331 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Nach dem DSM-IV besteht das Störungsbild der PTBS im Wesentlichen aus drei Symptombereichen: 1. dem Wiedererleben des Traumas (z. B. Flashbacks, Alpträume), 2. dem Vermeiden traumarelevanter Reize (z. B. sich an Teile des Erlebnisses nicht erinnern können, bestimmte Orte oder Situationen nicht aufsuchen; Kriterium C) und 3. den Symptomen eines erhöhten Erregungsniveaus (z. B. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme; Kriterium D). Die Symptomatik muss einem traumatischen Ereignis folgen (Stressor-Kriterium; Kriterium A). Es wird von einer PTBS gesprochen, wenn die Symptomatik länger als einen Monat andauert (Kriterium E). Es wird zwischen einer akuten PTBS und einer chronischen Form unterschieden. Bei der akuten PTBS treten die Symptome bis zu drei Monate lang auf, bei der chronischen PTBS länger als drei Monate. Die Störung muss eine wesentliche Einschränkung der Lebensqualität im Betroffenen auslösen (Kriterium F). Psychopathologie Lehre von den seelischen Erkrankungsbildern. Reinszenierung wird als ein durch ein psychisches Trauma erlerntes Rollenverhalten verstanden, dessen Wiederholung eine Auflösung zum Ziel habe. Die psychoanalytische Auffassung vom Wiederholungszwang gründet auf S. Freud, 1914: „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“ GW Bd. 10. Reviktimisierung bedeutet, das frühe Gewalterfahrungen das Risiko weiterer Gewalterfahrungen erhöhen. Diese Dynamik ist bislang im Kontext sexueller Gewalterfahrungen an Mädchen beforscht (1.5, auch Kavemann/Helferich/Nagel 2018). Reptiliengehirn (auch Gehirnstamm) ist die älteste und tiefste Struktur des Gehirns; eine Aufgabe ist es, bei Gefahr eine außerordentliche Menge an Energie (z. B. Adrenalin) zu aktivieren, um der Gefahr begegnen zu können. Resilienz-Forschung Eine Vielzahl risikoerhöhender Faktoren (Vulnerabilitätsund Risikofaktoren) tragen zur Entstehung psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter bei. Dem gegenüber stehen risikomildernde Faktoren, die die Risiken „puffern“ bzw. eine Widerstandsfähigkeit (Resilienz) fördern, wesentliche Schutzfaktoren und Faktoren, die zu einer Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegenüber psychischen Störungen beitragen. Ritzen mit spitzen Gegenständen in die Haut ritzen, selbstschädigendes Verhalten, oft ist der Begriff im Angesicht der Verletzung eher bagatellisierend, weil die Wunden nicht selten sehr tief sind und damit auch große Verzweiflung ausdrücken. Selbstkonzept Das Insgesamt von Einstellungen, Urteilen und Werthaltungen eines Menschen bezüglich seines Verhaltens, seiner Fähigkeiten und Eigenschaften. Sekundärschädigungen Unter Sekundärschädigungen verstehen wir all die Schädigungen, die nicht untermittelbar durch die Gewalt der traumatisierenden Ereignisse, sondern mittelbar durch das Verhalten der professionellen Helfer*innen entstehen, wobei dieses Verhalten die Dynamik/Struktur der Traumata wiederholt und/oder festigt.