Hochuli Freund 31.7.17 S. 132 Teil 2 Arbeitsfeldspezifische Konkretisierungen und Arbeitsmaterialien der Vielzahl an Methoden und Instrumenten, die es in der Sozialen Arbeit mittlerweile gibt (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:136). Eine Besonderheit des Modells sind die beiden Kooperationsebenen, welche Prozessschritte-übergreifend konzipiert sind. Professionelle der Sozialen Arbeit sind demnach angehalten, bei jedem Prozessschritt Überlegungen anzustellen, welche Formen der Kooperation angemessen sind und welche Methoden hierfür genutzt werden können. Auf diese Weise dient das Modell auch als Rahmen zur Gestaltung der Kooperation – zunächst und v. a. mit Klientinnen, aber auch mit anderen beteiligten Fachpersonen. 2 Gestaltung von Unterstützungsprozessen im Eingliederungsmanagement Im Folgenden wird dargelegt, wie das professionelle Handeln in den Arbeitsfeldern des Eingliederungsmanagements gemäss dem Konzept KPG gestaltet werden kann. Entlang der Schritte eines Prozessgestaltungsmodells – Situationserfassung, Analyse, Diagnose, Ziele, Intervention und Evaluation – wird darlegt, was in den einzelnen Prozessschritten besonders beachtet werden soll, und es wird auf geeignete Methode und hilfreiche methodische Fragen hingewiesen. Ein Augenmerk liegt bei der Gestaltung der Kooperation mit Klientinnen und Klienten im Eingliederungsmanagement. 2.1 Situationserfassung In diesem ersten Prozessschritt »geht es um die Feststellung bzw. Klärung des Auftrags in einem Fall, um die Erfassung der rechtlichen Situation, um die Vorgeschichte (biographische Verlaufsdaten, bisherige Interventionen in Hilfesystemen, auch in der eigenen Organisation) und um die gegenwärtige Situation in relevanten Lebensbereichen. Die Informationen werden mit einer Haltung von Offenheit erfasst und beschrieben, ohne dass eigene Bewertungen vorgenommen werden. Ziel in diesem Prozessschritt ist ein Bild zu erhalten von der Fallsituation, die Anliegen zu erfassen und vorläufige Themen festzustellen« (Hochuli Freund/Stotz 2015:174f.). Wie lautet der Organisationsauftrag, wie die konkrete Aufgabe des Sozialarbeiters (beispielsweise in einem betrieblichen Sozialdienst)? Welchen konkreten Auftrag erteilt ein Klient selber, welches sind seine Anliegen, wenn er z. B. die Beratung des betrieblichen Sozialdienstes in Anspruch nimmt? Welchen Auftrag an den Sozialarbeiter hat die Vorgesetzte formuliert, welche die Beratung viel- 132