7.4.2 Reflexionskriterien für Methoden In den letzten zwei, drei Jahrzehnten sind – an Hochschulen wie auch vielerorts in der Praxis – unzählige Methoden und Instrumente zu Prozessgestaltung entwickelt worden. In den nachfolgenden Kapiteln werden wir auf eine ganze Anzahl davon eingehen, wenn wir jeweils Methoden vorstellen, mit denen in einem Prozessschritt gearbeitet werden kann. Das Konzept Kooperative Prozessgestaltung zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass es methodenintegrativ ist: Es werden keine Methoden vorgegeben, sondern unterschiedliche methodische Möglichkeiten aufgezeigt. Das Konzept bietet einen Orientierungsrahmen, um Methoden und Instrumente einzuordnen. Allerdings soll der Beizug von Methoden nicht zufällig erfolgen. Jede beigezogene Methode soll einerseits den fallbezogenen Anforderungen entsprechen, darüber hinaus soll sie aber auch grundsätzlich den Qualitätsanforderungen hinsichtlich professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit genügen. Deshalb werden im Folgenden Reflexionskriterien erarbeitet, die zur kritischen Überprüfung der vorgestellten Methoden herangezogen werden können. Auf der Grundlage der wichtigsten Erkenntnisse aus Teil I dieses Buches haben wir Ansprüche und Anforderungen hergeleitet, die an eine Methode zu stellen sind ( Kap. 7.1). • Kooperation Die Reflexion unter dem Stichwort ›Kooperation‹ bezieht sich auf die Gestaltung des Prozesses auf den beiden Kooperationsebenen. Hinsichtlich der Kooperation mit Klienten(systemen) soll diskutiert werden, auf welche Weise eine Methode diese Kooperation unterstützt und einen dialogischen Such-, Verständigungs- und Aushandlungsprozess ermöglicht. Der zweite Reflexionsteil bezieht sich auf die Kooperation mit Professionellen. Es ist zu fragen, ob und wie eine Methode in der Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften genutzt werden kann, und ob sie es ermöglicht, die eigene Position einzubringen und/oder die fachliche Vernetzung fruchtbar zu machen für die Zielerreichung. • Zielsetzung Soziale Arbeit Die Reflexion unter dem Stichwort ›Zielsetzung Soziale Arbeit‹ fokussiert die übergreifenden Zielsetzungen ( Kap. 2.2.2). Es ist zu überprüfen, ob und in welchem Ausma ß die präsentierte Methode das Erreichen von sozialer Integration, gesellschaftlicher Teilhabe, sozialer Gerechtigkeit und Autonomie in der eigenen Lebenspraxis ermöglicht und unterstützt. • Professionsethik Die Reflexion unter dem Stichwort ›Professionsethik‹ bezieht sich auf alle Fragen, die Werte und Normen des professionellen Handelns betreffen. Es geht um Klärung der Frage, welche Methode der Achtung der Menschenwürde, der Einhaltung der Menschenrechte, des Datenschutzes und der Schweigepflicht Rechnung trägt und die Werte-Normen Thematik berücksichtigt. Ein weiterer methodischer Reflexionsteil umfasst die Auseinandersetzung mit dem Menschenbild und der grundsätzlichen