Hochuli Freund 31.7.17 S. 229 »Sprechen ist schwierig« Bonusplan ein Smiley. – Feinziel 2.3 (BZ): Lea kann mit einer Freundin abmachen. – Feinziel 2.4 (BZ): Wenn die Kinder im Spielzimmer sind, kann Lea sich dazu gesellen. Gleichzeitig damit überlegten wir uns mögliche Interventionen. Da Lea keine Ideen hatte, was ihr helfen könnte, die Ziele zu erreichen, machte ich ihr ein paar Vorschläge. Lea entschied sich für einen Bonusplan, auf dem sie jeweils von den Erwachsenen ein Smiley erhält, wenn es ihr gelingt sich an Gruppenaktivitäten zu beteiligen oder mit anderen Kindern zu sprechen. Ausserdem wollte Lea eine Erfolgsliste führen, auf der sie jeweils Situationen kurz schriftlich festhält, in denen sie ihre Angst überwinden konnte. Diese Erfolgsliste soll etwa einmal monatlich gemeinsam angeschaut werden. Dann wird Lea auf einer Skala von 0 bis 10 einschätzen, wo sie sich in Bezug auf ihre Ziele befindet, und markieren, welche Zahl sie als nächstes erreichen möchte. Auf Empfehlung der Psychologin des Landenhofs bearbeitete ich mit Lea ein Heft von der Beratungsstelle Pro Juventute zum Thema Angst. Dadurch konnte sie lernen, ihre Ängste zu benennen, deren Intensität zu unterscheiden und sich mit möglichen Strategien im Umgang mit Angst auseinandersetzen. Alle Fachpersonen – Sozialpädagogen und Lehrerinnen – versuchten Lea durch sanften Druck zu unterstützen, sich angstreichen Situationen zu stellen. Wenn sie diese meistern konnte, wurde sie gelobt oder bekam auch einmal ein ›Zertifikat für besonders grossen Mut‹. Die Sozialpädagoginnen auf der Gruppe förderten insgesamt Gruppenaktivitäten und achteten darauf, dass Lea partizipieren konnte. Sie wurde immer wieder dazu ermutigt, selber nachzufragen, von sich aus zu erzählen oder auch sich mit einer Freundin zu verabreden. In den Bezugspersonengesprächen gelang es Lea, sich vermehrt zu öffnen und ihre Ängste zu benennen. Mit der Zeit konnte sie auch im Alltag ihre Bedürfnisse gegenüber den Erwachsenen kommunizieren. Lea wurde im Laufe des Schuljahrs zunehmend mutiger und es gelang ihr, sich angsterfüllten Situationen zu stellen (z. B. am Karneval teilnehmen, bei einem Tanzauftritt mitmachen). Auch im Umgang mit den anderen Kindern bewies Lea immer mehr Mut. Mit der Zeit knüpfte Lea zu verschiedenen Mädchen auf dem Landenhof Kontakte und baute Freundschaften auf. Ab und zu gelang es ihr, sich mit einem der Mädchen aus einer anderen Wohngruppe zu verabreden; z. T. brauchte es dazu etwas Ermutigung und Aufforderung der Erwachsenen. Seit Lea mit einem Mädchen der Wohngruppe befreundet ist, unternimmt sie viel gemeinsam mit ihr. In ihrer Gegenwart wirkt sie manchmal sogar ausgelassen. Es ist ihr gelungen, vermehrt Kontakt zu Kindern zu haben, sich an Aktivitäten zu beteiligen und mit anderen zu kommunizieren. Sie konnte sich aus eigener Initiative zu den Kindern gesellen und zuschauen oder mitmachen. Wenn sie gefragt wurde, ob sie mitspielen möchte, gelang es ihr vermehrt, sich zu entscheiden und eine klare Antwort zu geben. Nach wie 229