Ich habe alle Quellen gelesen. Hier ist die konsolidierte Liste der Schreibregeln aus allen drei Dokumenten: --- ## Schreibregeln – Konsolidierte Liste ### A | Persönlicher Schreibstil 1. **Ich-Perspektive, aber variiert:** Text aus der Ich-Perspektive verfassen, ohne jeden Satz mit «Ich» zu beginnen. 2. **Authentisch und praxisnah:** Schreib direkt, wie du arbeitest – nicht wie in einem Lehrbuch. 3. **Kurze, aktive Sätze:** Den Praxisalltag in klarer, aktiver Sprache widerspiegeln. 4. **Kein «Beamtendeutsch»:** Schachtelsätze, Füllwörter und aufblähende Formulierungen wie «umfasst», «es handelt sich um», «im Rahmen von» oder «sogenannte» sind verboten. 5. **Eigene Entwürfe übernehmen:** Wenn du Satzstrukturen oder Stichworte lieferst, werden diese so wörtlich und natürlich wie möglich übernommen – keine künstliche Akademisierung. 6. **Fachsprache dosiert einsetzen:** Theorien und Fachbegriffe nur dort nennen, wo sie im jeweiligen Kapitel auch wirklich behandelt werden. 7. **Typografie:** Keine spitzen Anführungszeichen (« »), keine eckigen Klammern ([ ]). Nur klassische, gerade Anführungszeichen (" ") verwenden. 8. **APA-Zitation:** Alle Quellenangaben zwingend nach den aktuellen APA-Richtlinien formatieren. --- ### B | Agogis Richtlinien für schriftliche Facharbeiten **Sprache & Rechtschreibung** 9. **Standarddeutsch (de-CH):** Alle Arbeiten in korrektem Schweizer Standarddeutsch verfassen. 10. **Keine Helvetismen:** Alltagssprache und Helvetismen (z.B. «parkieren», «probieren», «aufgestellt») in Facharbeiten vermeiden. 11. **Klare Fachsprache:** Aussagen, Argumentationen und Erkenntnisse müssen lückenlos, logisch, nachvollziehbar und fachlich fundiert formuliert sein. 12. **Inklusive Sprache:** Alle Geschlechter gleichberechtigt ansprechen – geschlechtsneutrale Formen («Studierende») oder Genderdoppelpunkt («Mitarbeiter:innen») verwenden. 13. **Korrektur:** Rechtschreibhilfe nutzen, Unklarheiten mit Nachschlagewerk klären, Endfassung von einer sprachkundigen Person gegenlesen lassen. **Struktur & Aufbau** 14. **Logische Gliederung:** Klare Unterteilung in Kapitel und Unterkapitel; Unterkapitel mindestens eine halbe Seite lang. 15. **Höchstens vier Gliederungsebenen:** Keine tiefere Unterkapitelstruktur als 1.1.1.1. 16. **Aussagekräftige Titel:** Kapitel- und Unterkapiteltitel so konkret wählen, dass sie bereits inhaltlich orientieren. 17. **Absatzlogik:** Jeder Absatz enthält einen Gedanken/Teilaspekt; die Abfolge ergibt einen nachvollziehbaren roten Faden. 18. **Orientierungshilfen:** Zu Beginn jedes Kapitels kurze Einleitung, am Ende 2–3-seitige Zusammenfassung; Überleitungen zwischen Kapiteln explizit gestalten. 19. **Querverweise:** Bei internen Bezügen auf andere Kapitel verweisen (z.B. «vgl. Kapitel xy»). **Layout & Typografie** 20. **Schrift:** Arial/Helvetica 11 pt oder Times 12 pt empfohlen. 21. **Zeilenabstand:** 1.0 oder 1.15. 22. **Seitenränder:** Oben/unten/rechts ca. 2–2.5 cm; links 2.5–3 cm (Bindung). 23. **Schriftauszeichnungen sparsam:** Fett, kursiv und Grössen­variationen nur gezielt und konsequent einsetzen – weniger ist mehr. 24. **Aufzählungszeichen nutzen:** Bei Auflistungen die Listenfunktion einsetzen für mehr Übersicht. **Zitation & Quellen** 25. **APA 7. Auflage:** Alle Zitationen und das Quellenverzeichnis zwingend nach APA-Style. 26. **Kurzverweis im Text:** (Nachname, Jahr, Seite) – sowohl bei wörtlichen als auch bei sinngemässen Zitaten. 27. **Dichte Quellenangabe:** Pro Gedankengang/Abschnitt eine Quellenangabe – nicht nur am Kapitelende. 28. **Primärquellen bevorzugen:** Sekundärzitate wenn möglich vermeiden, auf die Originalquelle zurückgehen. 29. **Wörtliche Zitate sparsam:** Nur prägnante, zentrale Stellen direkt zitieren; in Anführungszeichen setzen. 30. **Sinngemässe Zitate in eigenen Worten:** Quellen nicht einfach kürzen oder Synonyme einsetzen – wirklich umformulieren. 31. **KI-Tools deklarieren:** Einsatz von KI (z.B. ChatGPT, DeepL) ist erlaubt, muss aber in einem separaten Verzeichnis ausgewiesen werden. 32. **Kein Plagiat:** Fehlende Quellenangaben sind strafbar und haben disziplinarische Folgen. --- ### C | Reichmann – Professioneller Schreibstil in der Sozialen Arbeit **Verständlichkeit** 33. **Kurze Hauptsätze:** Hauptaussage steht am Satzanfang; keine langen Schachtelsätze. 34. **Klare Satzstruktur:** Passive Konstruktionen und Klammerbildungen durch Einschübe vermeiden. 35. **Thematische Kontinuität:** Zusammengehöriges beieinanderhalten; keine unvermittelten thematischen Sprünge. 36. **Dreischritt-Argumentation:** Behauptung → Belege → auswertende Zusammenfassung. **Perspektive & Autorschaft** 37. **Perspektive sichtbar machen:** Immer klar machen, wer aus welcher Rolle heraus schreibt, wahrnimmt und urteilt. 38. **Kein «Beamten-Passiv»:** Formulierungen wie «Es wurde festgestellt» oder «Es wurde mit Frau X gesprochen» vermeiden. 39. **Alle Akteure benennen:** Fachkräfte und Adressatinnen/Adressaten als handelnde Subjekte mit ihren jeweiligen Beiträgen sichtbar machen. **Fakten vs. Hypothesen** 40. **Epistemischen Status kennzeichnen:** Beobachtungen («Ich beobachtete …»), Vermutungen («Ich vermute …»), Annahmen («Ich gehe davon aus …») sprachlich sauber voneinander unterscheiden. 41. **Hypothesen als solche markieren:** Vermutungen nie als Tatsachenbehauptungen formulieren. 42. **Drittinformationen kennzeichnen:** Informationen aus zweiter Hand explizit als solche benennen und kommentieren. 43. **Keine kausalen Ableitungen aus Theorien auf Einzelfälle:** Wissenschaftliche Theorien bieten Modelle, keine Kausalgesetze. **Konstruktive Sprache** 44. **Ressourcenorientiert formulieren:** Phänomene als Ausgangspunkte für Veränderung beschreiben, nicht als unveränderliche Zustände. 45. **Verhalten beschreiben statt kategorisieren:** Statt «depressiv» oder «aggressiv» das konkrete Verhalten, den Kontext und die Handlungsbedingungen beschreiben. 46. **Kein Nominalstil:** Verben bevorzugen statt Substantivierungen («Verwahrlosung», «Nichtbeachtung», «Überwältigung»). 47. **Realistisch und wertschätzend:** Konstruktivität schliesst klare Problembenennung nicht aus – beides verbinden. 48. **Sprachliche Achtsamkeit:** Diskriminierende, abwertende oder ausgrenzende Formulierungen aktiv vermeiden.