Kontinuierliche Selbstreflexion gehört zum Selbstverständnis, zum Habitus ( Kap. 6.2.2) von Professionellen der Sozialen Arbeit. Wenn ein Sozialpädagoge eine (erste) Situationserfassung abgeschlossen hat, wird er sich eine Reihe von Fragen stellen: • Sind die klientenbezogenen Aufträge geklärt und allenfalls gewichtet? Oder bleibt die Auftragsklärung eine Aufgabe? • Ist die eigene Zuständigkeit gegeben? • Wurden alle wichtigen, in Hinblick auf die Aufträge relevanten Informationen erfasst? Wo bestehen noch Lücken? • Wurden die Informationen in sinnvoller Weise geordnet und dokumentiert? • War die Wahl der Erfassungsmethoden den Bedingungen und Erfordernissen des Falles angemessen? • Inwiefern ist es gelungen, die Sichtweise der Klientin und des Klientinnensystems zu erfassen? • Wie wurden die relevanten Beteiligten auf beiden Kooperationsebenen – Klientin/Klienten(system) und Fachebene – in die Situationserfassung einbezogen? • Welche vorläufigen Themen wurden herausgearbeitet? • Sind Ergänzungen nötig oder Überlegungen im Hinblick auf den Prozessschritt Analyse? Zu bedenken ist, dass die Situationserfassung nie vollständig und abgeschlossen ist, sondern im Laufe einer Prozessgestaltung kontinuierlich ergänzt wird. 8.8 Übersicht Prozessschritt Situationserfassung