den schlechtmöglichsten Verlauf. Mögliche Fragen sind: ‒ »Stellen wir uns nun vor, bei der Umsetzung läuft alles schief, was nur schieflaufen kann: Was würde passieren? Wie würde die Situation dann aussehen?« ‒ »Wenn wir all diese Interventionen nun umsetzen würden, und es läuft optimal: Wie würde die Situation dann (z. B. in einem halben Jahr). Wie realisierbar sind die einzelnen Möglichkeiten punkto Aufwand und Ertrag? Bei der Vorstellung des Best Case‹-Szenarios erhalten Klienten und Sozialpädagoginnen im Sinne des lösungsorientierten Arbeitens eine Idee vom Gelingen einer Intervention, zugleich wird deutlich, was zur Erreichung einer Zielsetzung nötig sein könnte. Der Entwurf des ›worst-case‹-Szenarios zeigt auf, was alles schiefgehen könnte, öffnet die Augen für die Tücken und Fallen beim geplanten Vorgehen sowie allfällige unerwünschte Nebenwirkungen. So wird deutlich, wie die Interventionen zu ergänzen sind und worauf besonders zu achten ist, damit dieser worst case nicht eintritt. • Katastrophengeschichte: Sie zielt in eine ähnliche Richtung wie das Worst Case-Szenario. Die Einstiegsfrage hier könnte lauten. ‒ »Versetzen wir uns in die Situation in (z. B.) einem Jahr und schauen wir gemeinsam zurück. Wir wissen, dass leider unendlich viel schiefgelaufen ist. Lasst uns nun gemeinsam die Geschichte dieser Katastrophe zusammentragen und erzählen. Was ist alles passiert?« Diese Reflexionsmethode mag ungewohnt klingen, es kann aber durchaus lustvoll sein gemeinsam zusammenzutragen, was alles ungewollt passieren könnte. Ziel ist auch hier dadurch herauszufinden, was es besonders zu beachten und zu vermeiden gilt. • Nichts-tun-Szenario: Die Überlegung, was geschieht, wenn gar nichts unternommen oder im gleichen Stil wie bisher weitergearbeitet wird, macht mögliche Differenzen deutlich und hilft zu entscheiden, wo Unterstützung tatsächlich angebracht ist und wo Professionelle auf die selbständige Nutzung der Fähigkeiten und Ressourcen der Klienten setzen können. Werden die genannten Reflexionsmethoden mit den Klientinnen gemeinsam erörtert, schafft dies Klarheit, welche Intervention für alle Sinn macht und Erfolg verspricht, welche Intervention allenfalls wie modifiziert werden soll und welche Variante zum Vorneherein auszuschließen ist (auch dann, wenn sie von den Professionellen als bestechend eingeschätzt wurde). Die nachfolgend aufgeführten Reflexionsfragen eignen sich eher für die Fachebene. • Ressourcen: Sozialpädagogen prüfen, ob die Interventionsmöglichkeiten mit dem Auftrag kompatibel sind. Insbesondere schätzen sie in möglichst realistischer Weise ein, welche personenbezogenen materiellen und immateriellen Ressourcen in diesem Fall zur Verfügung stehen. Sie vergewissern sich, dass die meist von äußeren Umständen (Organisation, Auftraggeber) abhängigen situationsbezogenen Ressourcen vorhanden sind und die Dienstleistungen tatsächlich erbracht werden können. Dies