Hochuli Freund 31.7.17 S. 215 »Sprechen ist schwierig« Analyse und Diagnose in einem Fall der stationären Kinderhilfe Noëmi Hauri Die nachfolgende Fallbeschreibung stammt aus der Stiftung Landenhof, Zentrum und Schweizerische Schule für Schwerhörige, einer stationären Einrichtung der Kinder-/Jugendhilfe, in der ich parallel zum Studium an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW die studienbegleitende Praxisausbildung absolviere. Es war mir wichtig, die Fallbearbeitung in enger Kooperation mit dem Mädchen zu gestalten. Der Schwerpunkt liegt auf den Prozessschritten Situationserfassung, Analyse und Diagnose gemäss dem Konzept Kooperative Prozessgestaltung (KPG). 1 Kontext der Fallbearbeitung Die Stiftung Landenhof richtet ihr Angebot an hörbeeinträchtigte Kinder, Jugendliche und deren Eltern in der deutschsprachigen Schweiz. Sie bietet Unterstützungsmöglichkeiten von der Erfassung der Hörbeeinträchtigung bis zum Schulaustritt. Die Schule gestaltet einen schwerhörigengerechten Unterricht auf der Basis des kantonalen Lehrplans. Sie umfasst von der Spielgruppe bis zum zehnten Schuljahr alle Stufen. Das Internat besteht aus einer PrimarschulWohngruppe und sechs Oberstufen-Wohngruppen. Das Externat beinhaltet zwei Tageshortgruppen. Der Audiopädagogische Dienst berät und begleitet hörbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche, welche zu Hause wohnen und die Regelschule besuchen. Der Pädaudiologische Dienst berät Eltern und Kinder rund um medizinische und technische Fragen und stellt die Versorgung mit Hörhilfen sicher. Die Grundhaltung des Landenhofs basiert auf dem Verständnis, dass Menschen lernen und sich entwickeln. Jede Person soll in ihrer Einzigartigkeit ernst genommen und ganzheitlich gefördert werden. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Es wird grosser Wert daraufgelegt, ihre Kompetenzen zu stärken, ihre Kommunikationsfähigkeit – v. a. auch die Lautsprachkompetenz – zu fördern und ihre Identitätsentwicklung zu unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt des Landenhofs liegt bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Anliegen hörbehinderter Menschen. 215