und Beobachtungsfehler eher vermeiden lassen. Nachteil ist, dass die eigene Aufmerksamkeit nicht mehr auf Begebenheiten gerichtet ist, die möglicherweise ebenfalls wichtig wären (vgl. Thiesen 2003:51 ff.). Weiter wird unterschieden zwischen teilnehmender und nichtteilnehmender Beobachtung. Nicht-teilnehmende Beobachtung kann stattfinden durch direkte Beobachtung (z. B. Protokoll) oder durch technisch vermittelte Beobachtung (z. B. Video). Diese beiden Formen können für die beobachtete Person offen oder verdeckt sein. Teilnehmende Beobachtung kann in passiver Form geschehen, indem die Beobachterin eine Zuschauerrolle innehat. Als aktiv Teilnehmende handelt die Sozialpädagogin im Feld, das sie beobachtet. Dabei kann die beobachtete Klientin über die Doppelrolle informiert sein oder auch nicht (vgl. Köck 1981: in Strasser 2005:44). Aus ethischen Gründen sollten die Beobachteten in angemessener Form darüber informiert werden. Aktiv teilnehmende, unstrukturierte Beobachtung ist die häufigste Beobachtungsform im sozialarbeiterischen Alltag. Beobachtung als wissenschaftliche Forschungsmethode ist immer systematische (Fremd-)Beobachtung. Sie findet unter definierten Bedingungen statt, verfolgt ein theoretisch begründetes Untersuchungsziel und hat den Anforderungskriterien von Objektivität, Validität und Reliabilität zu genügen. Wissenschaftliche Beobachtung stellt hohe Ansprüche, die im Praxisalltag von Sozialarbeitern – die zudem immer Direktbeteiligte im Unterstützungsprozess sind – nicht zu leisten sind. Selbstbeobachtung In der Regel findet Selbstbeobachtung der Professionellen im Berufsalltag unstrukturiert statt, meist im Sinne einer Introspektion. Anlass kann eine Reaktion einer Klientin oder das Ergebnis einer Inter- oder Supervisionssitzung sein. Dabei geht es darum, die eigene Aufmerksamkeit auf bestimmte Verhaltens- und insbesondere Reaktionsweisen zu lenken. Es ist in der Praxis noch wenig üblich, Selbstbeobachtungen schriftlich festzuhalten und als solche mit Fremdbeobachtungen abzugleichen. Am ehesten geschieht dies bei der technisch vermittelten Beobachtung per Video oder Tonband oder indirekt durch Feedbacks im Rahmen der intraprofessionellen Zusammenarbeit. Die Selbstbeobachtung der Klienten wird ebenfalls wenig systematisch genutzt in der gemeinsamen Arbeit. Hier liegt möglicherweise auf beiden Seiten viel Potential, das z. B. für das Erkennen von gelingenden oder misslingenden Kommunikationsmustern oder Interaktionsketten gute Hilfe leisten könnte. Für eine möglichst umfassende und reflektierte Beobachtung ist die Selbstbeobachtung in die Fremdbeobachtung miteinzubeziehen und die Fremdbeobachtung zu vergleichen mit Selbstaussagen des beobachteten Klienten, wie dies Abbildung 8 verdeutlicht ( Abb. 8).