86 Der Blick der Forschung misshandelte Kinder unsichtbar. Da die Familienrechtshelfer/innen im Sprechen über gewalttätige Väter als Eltern auf das mutterzentrierte Modell zurückgreifen, geraten die Einstellungen und das Verhalten des Vaters gegenüber den Kindern aus dem Blick. Die Vater-Kind-Beziehung wird eher aus der (allgemeinen) Perspektive des Kindes diskutiert und interpretiert. Mit anderen Worten: Die professionellen Helfer/innen machen die (allgemeine) Kind-Vater-Beziehung sichtbar, nicht jedoch die (von Gewalt geprägte) VaterKind-Beziehung. Dieser selektive oder wechselnde Umgang mit Deutungsrahmen vergrößert die ‚Kluft‘ zwischen gewalttätigen Männern und Vätern - zwischen gewalttätigen Vätern als ‚Miterziehenden‘ und ‚Eltern für ihre Kinder‘. Die Symmetrie in der Elternschaft geht in der Praxis nicht von den entsprechenden Fürsorge- oder Betreuungsfähigkeiten aus, sondern beruht auf dem kindlichen Bedürfnis nach „beiden Elternteilen“, nach dem (biologischen) Vater und der Mutter. Der Wechsel des Deutungsrahmens macht die Frage nach den Prioritäten - Sicherheit und Schutz für das Kind oder Bedürfnis nach beiden Elternteilen nach Trennung oder Scheidung – obsolet. Die Konstruktion von Verwandtschaft durch Blutsbande wird als „gegeben“ hingenommen. In der Konsequenz muss weder die Beziehung des Kindes zum gewalttätigen biologischen Vater, noch der Wunsch des Vaters, Kontakt zum Kind zu haben, hinterfragt werden. Die Familienrechtshelfer/innen vermeiden damit, Stellung zu beziehen und die patriarchale Macht in Frage zu stellen. Sie tragen so als professionelle Helfer/innen in Schweden zur alltäglichen Reproduktion der Macht von Vätern auf der Grundlage der biologischen Verwandtschaft mit minderjährigen Kindern bei. Übersetzung aus dem Englischen: Lilian-Astrid Geese Literatur Alanen, L. (1992): Modern Childhood? Exploring the ’child question’ in sociology. Jyväskylä: Institute for Educational Research. Research reports 50. Š›—˜–‹žœ–Š——Ž—ȱǽŽ—›Š•ȱ ˜ŸŽ›—–Ž—ȱ‘’•›Ž—Ȃœȱ–‹žœ–Š—ǾȱǻŘŖŖśǼDZȱ§›ȱ›¢‘ŽŽ—ȱœª›ȱ ™ªȱ œ™Ž•ȱ ǽ‘Ž—ȱ œŠŽ¢ȱ ’œȱ Šȱ œŠ”ŽǾǰȱ ˜Œ”‘˜•–DZȱ Š›—˜–‹žœ–Š——Ž—ȱ ǽŽ—›Š•ȱ ˜ŸŽ›—–Ž—ȱ ‘’•›Ž—Ȃœȱ–‹žœ–Š—Ǿǯ ‘›’œŽ—œŽ—ǰȱǯȱǻŗşşŖǼDZȱ蛗Ž”ª›ǯȱ—ȱž—Ž›œèŽ•œŽȱŠȱ˜–œ˜›œœŸ’ȱ’ȱ›Ž•Š’˜—ȱ’•ȱ‹è›—ȱ˜ȱž—Žȱ’ȱ Š–’•’Ž›ȱ–Žȱ‘žœ›ž–’œ‘Š—•’—ǯȱǽ‘’•›Ž—Ȃœȱ•’Ÿ’—ȱŒ˜—’’˜—œǯȱ—ȱ’—ŸŽœ’Š’˜—ȱ’—˜ȱ’œ›ŽŠ›ȱ˜ȱŒŠ›Žȱ’—ȱ›Ž•Š’˜—ȱ˜ȱŒ‘’•›Ž—ȱŠ—ȱŽŽ—Аޛœȱ’—ȱŠ–’•’Žœȱ˜ȱ ’Žȱ–Š•Ȭ›ŽŠ–Ž—Ǿǯȱ˜›’œ”ȱ œ¢”˜•˜’œȱ–˜—˜›ŠęœŽ›’ŽǰȱřŗDZȱŗŜŗȬŘřŘǯ ›’”œœ˜—ǰȱǯȱǻŘŖŖŗǼDZȱ–ȱŸª›—Šǰȱ‹˜Ž—Žȱ˜Œ‘ȱž–§—Žȱǽžœ˜¢ǰȱ›Žœ’Ž—ŒŽȱŠ—ȱŒ˜—ŠŒǾǯȱ —ȱŽŽ••ǰȱǯȱǻŽǯǼDZȱŠ›—ȱœ˜–ȱœŽ›ȱ™Š™™Šȱœ•ªȱǽ‘’•›Ž—ȱ ‘˜ȱœŽŽȱŠ¢ȱ‘’Ǿǯȱ˜Œ”‘˜•–DZȱ㛜•Аœ‘žœŽȱ Gothia: 104-137.