darstellt für diesen Typus von Analyseinstrumenten. Anschließend wird exemplarisch ein weiteres quantitatives Instrument vorgestellt, das bei Erwachsenen eingesetzt werden kann – der Leitbogen der PRO-ZIEL-BasisDiagnostik von Heiner –, sowie eines, das bei Kindern und Jugendlichen verwendet werden kann, die sozialpädagogische Risiko-Ressourcenanalyse des Bayrischen Landesjugendamtes. Die kurze Darstellung soll eine Einschätzung von Zugang, Stärken und Grenzen, Reichweite und Eignung der Instrumente ermöglichen. Abschließend wird auf weitere standardisierte Analyseverfahren hingewiesen. 9.5.1 Person-In-Environment-Classification-System Der einzige bedeutende Versuch, ein übergeordnetes Klassifikationssystem für die Sozialarbeit zu entwickeln, ist in den 1990er Jahren in den USA von Karls und Wandrei unternommen worden: Das Person-In-EnvironmentClassification-System (PIE) nimmt für sich in Anspruch, theoriefrei zu funktionieren und überall einsetzbar zu sein (vgl. Pantuček-Eisenbacher 2019:283). Erfasst werden personenbezogene und umweltbezogene Aspekte. PIE enthält ein Codiersystem mit mehreren Achsen (sog. ›Faktoren‹). Zwei Faktoren beinhalten spezifische, für die Soziale Arbeit relevante Problembereiche: Probleme in Rollen (Faktor 1) und Probleme in der Umwelt (Faktor 2). ›Probleme in Rollen‹ werden in vier Gruppen eingeteilt (u. a. Familienrollen, Arbeitsrollen). Aufgeführt werden ca. 20 Rollen, die auf vier Achsen codiert werden sollen (u. a. nach Intensität, nach Qualität der Coping-Strategien). ›Probleme in der Umwelt‹ werden unterteilt in sechs Systeme (u. a. System von Gesundheit, Sicherheit und Soziale Dienste). Die Probleme werden auf drei Achsen codiert (Art der Diskriminierung, Intensität und Dauer). Neben jedem Problem kann die erforderliche Intervention notiert werden (vgl. Adler 2004:166 ff., Pantuček-Eisenbacher 2019:283 ff., Stimmer 2012:77 ff.). Die Faktoren 3 (Psychische Gesundheit: Psychische und Verhaltensauffälligkeiten) und 4 (Physische Gesundheit: Körperliche Erkrankungen) werden erfasst mit ICD-10 und DMS-IV, hier werden medizinische und psychologisch-psychiatrische Diagnosen aufgenommen. Auf einem Ergebnisblatt fasst die Sozialarbeiterin abschließend die wichtigsten Problembereiche – samt Codierung und erforderlicher Intervention – zusammen. Es handelt sich bei PIE um eine umfassende, individuelle wie soziale Dimensionen berücksichtigende Analysemethode für die Einzelfallhilfe, mit deren Hilfe Expertinnen bei erwachsenen Klienten eine Einschätzung von Problemen und Hilfebedarf vornehmen können. Das Klassifikationssystem ist komplex und die Anforderungen an das Beurteilungsvermögen der Sozialarbeiter sind hoch, da sie als Experten Codierungen – also die Einschätzung von Problemen auf verschiedenen Skalen – vornehmen müssen. Die Klientensicht wird bei PIE nicht erfasst. Die Konzeption der Dimensionen ist nur teilweise überzeugend, u. a. fehlt die Ressourcendimension. Im deutschsprachigen Raum hat sich PIE denn auch kaum durchsetzen können (vgl. u. a. Heiner 2004a:232, PantučekEisenbacher 2019:286). Wir schließen uns der Einschätzung von Löcherbach an (vgl. 2004:79), der den größten Verdienst von PIE im