7 Konzept Kooperative Prozessgestaltung In diesem zweiten Teil des Lehrbuches wird ein Konzept, eine Methodik für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit dargelegt. Aus den wichtigsten Erkenntnissen des Grundlagenteils wird zunächst ein Katalog von Folgerungen abgeleitet, der Anforderungen an professionelles Handeln beinhaltet. Dieser Anforderungskatalog kann als Ausgangslage des vorliegenden Konzepts gelten. Anschließend wird ein Prozessmodell für die Soziale Arbeit vorgestellt, welches als Struktur und Denkrahmen für das professionelle Handeln dient. Dieses Prozessmodell kann als Kern des Konzepts bezeichnet werden. Auf der Basis des erwähnten Anforderungskatalogs werden schließlich Kriterien für eine methodische Reflexion hergeleitet, die in den nachfolgenden Kapiteln – welche der Struktur des Prozessmodells folgen – jeweils für die kritische Beurteilung beigezogen werden. 7.1 Anforderungen an professionelles Handeln Im ersten Teil dieses Buches haben wir den Versuch unternommen, in einem ›Rundgang‹ die wichtigsten Grundlagen der Sozialen Arbeit im Hinblick auf das professionelle Handeln darzustellen. Am Schluss jedes Kapitels haben wir zusammenfassend jeweils Erkenntnisse und Folgerungen in einer Übersicht festgehalten. Diese Erkenntnisse nehmen wir im Folgenden noch einmal auf, verdichten sie in einem weiteren Reduktionsschritt, indem nur die wesentlichsten Aspekte aufgenommen werden, die für professionelles Handeln relevant sind. Daraus leitet sich ein Anforderungskatalog ( Abb. 4) ab, der für die Wahl wie auch Reflexion von Methoden als Leitlinie dienen soll. Dieser Anforderungskatalog stellt die Basis des vorliegenden Konzepts dar, welches eine theoriegeleitete methodische Strukturierung von Unterstützungsprozessen in der Sozialen Arbeit ermöglichen soll. Es versteht sich als Antwort auf die Strukturmerkmale professionellen Handelns, umfasst den gesamten Unterstützungsprozess in allen Teilschritten und strukturiert ihn. Das Konzept orientiert sich an den grundlegenden Zielsetzungen der Sozialen Arbeit, basiert auf dem aktuellen Wissen und Selbstverständnis der Sozialen Arbeit, organisiert die Methoden in den Prozessschritten in Bezug auf die beiden Kooperationsebenen: für die Arbeit mit Klientinnen und für die Fachebene. Fokussiert werden die fallbezogene Arbeit und die Kompetenzanforderungen an die Professionellen. Daneben werden jedoch immer wieder auch organisationale Aspekte der Strukturierung von Unterstützungsprozessen berührt.