--- id: "diagnosis-kpg-principle" type: "guidance-box" title: "KPG-Prinzip: Diagnose" variant: "sky" footnote: "📚 Hochuli Freund/Stotz 2021, Kap. 10 — Theoriegeleitetes Fallverstehen ([S. 242](/book/arbeit/242)), Arbeitshypothese ([S. 245](/book/arbeit/245)), Kooperatives Fallverstehen ([S. 247](/book/arbeit/247))" --- **Ziel:** In der Diagnose geht es um das Erhellen und Verstehen eines Falles — die Frage lautet: «Warum ist die Situation so, wie sie ist?» ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 232](/book/arbeit/232)). **Theoriegeleitetes Fallverstehen** — 5 Schritte ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 242](/book/arbeit/242)): 1. Wahl geeigneter Wissensbestände (Theorien als «Scheinwerfer») 2. Theoriegeleitete Fallüberlegungen (Relationierung von Theorie und Fall) 3. Erklärende Hypothesen formulieren als Weil-Hypothesen ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 253](/book/arbeit/253)) 4. Handlungsleitende Arbeitshypothese als Wenn-Dann-Hypothese ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 245](/book/arbeit/245)) 5. Folgerungen für Professionelle ableiten **Hypothesencharakter:** Diagnosen sind wissensbasierte Deutungen von Wirklichkeit, deren Richtigkeit offen bleibt — sie werden im Verlauf des Unterstützungsprozesses gemeinsam überprüft und weiterentwickelt ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 235](/book/arbeit/235)). **Kooperatives Fallverstehen:** Erklärende Hypothesen werden mit dem Klient*innensystem besprochen und validiert — vom Klient*innensystem als hilfreich beurteilte Erklärungen fliessen in die Arbeitshypothese ein ([Hochuli Freund/Stotz 2021, S. 247](/book/arbeit/247)).