verschiedener Beteiligter sowie unterschiedliche Umweltfaktoren; sie können aber auch weiter ausdifferenziert werden, damit bestimmte Interaktionsmodi systematisch erfasst werden. Als weitere Variante für die einzelnen Aktivitäten von Klienten oder anderer Beteiligter kann zusätzlich eine Codierung gewählt werden. Dies erlaubt, besondere Kommunikationsund Interaktionsabläufe und -muster, über die bereits Beobachtungen bestehen, noch genauer zu erfassen. 8.5.4 Überlegungen zur Beobachtung in einzelnen Praxisfeldern Aktiv-teilnehmende, freie Beobachtung kann als allgemeine Aufgabe von Sozialarbeitern aufgefasst werden, die immer stattfindet und sich in allen Praxisfeldern eignet, um erste Eindrücke zu sammeln wie auch Veränderungen im Unterstützungsprozess wahrzunehmen. In der Regel werden freie Beobachtungen in Verlaufsnotizen festgehalten. Sie beziehen sich auf die Ebene der Klienten, sollten aber auch immer wieder die Ebene der Professionellen fokussieren. Schriftliche Notizen von aktivteilnehmenden, freien Beobachtungen bilden eine erste Dokumentation, in die Klienten Einsichtsrecht haben (weitere Ausführungen zum Thema Dokumentation Kap. 13.5). Nicht-teilnehmende, insbesondere technisch-gestützte Beobachtung ermöglicht sowohl die Selbstbeobachtung aller Beteiligten als auch Interaktionen von Klienten und Sozialarbeiterinnen oder solche unter Klienten wahrnehmen zu können. Ein wiederholtes Auswerten mit unterschiedlichen Fokussen erlaubt, unterschiedliche Aspekte oder das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren besser erkennen zu können. Es ermöglicht auch, die Aufzeichnungen gemeinsam mit Klienten anzusehen oder anzuhören und darüber in ein Gespräch zu kommen. Diese Beobachtungsform eignet sich für den Kontext der Kinder- und Jugendhilfe v. a. im stationären Bereich, aber auch in der offenen Jugendarbeit und je nach Setting für die Familienhilfe. Im Praxisfeld der Behindertenhilfe geschieht Beobachtung meist aktivteilnehmend, Studierende haben auch mal die Möglichkeit, passivteilnehmend zu beobachten. Da etliche Klientinnen sich verbal wenig äußern können, eignet sich der Einsatz von detaillierten Beobachtungsbogen – mit der Option der Codierung – oftmals über einen längeren Zeitraum, damit es Professionellen gelingt, Situationen fokussiert und systematisch zu erfassen. Auch die Beobachtung von Gruppen in verschiedenen Praxisfeldern findet zumeist aktiv-teilnehmend statt. Dabei scheint es hilfreich, die Möglichkeit von technisch gestützter Beobachtung zu nutzen, um Kommunikationen und Interaktionen in der Gruppe möglichst genau erfassen zu können. Die Ausführungen zur Anwendung verschiedener Beobachtungsformen zeigen auf, dass systematische, strukturierte Beobachtung kaum zu Beginn eines Prozesses stattfindet. In der Regel wird zunächst freie, unstrukturierte Beobachtung eingesetzt, die im Laufe eines Unterstützungsprozesses abgelöst werden kann von strukturierteren Formen.