erkennbaren Intensität als bedeutungsvoll für den betreffenden Menschen ausweisen (vgl. Schwabe 2019:52 f.). Das Ziel ist dadurch charakterisiert, dass ein Mensch (oder eine Gruppe von Menschen) zu dessen Erreichung von sich aus etwas unternehmen, aktiv sein muss. Dahinter liegen eine Willenserklärung sowie eine Entscheidung, dieses Ziel erreichen zu wollen, die Kräfte darauf zu konzentrieren, das eigene Handeln zu planen und ev. andere Wünsche oder Ziele zurückzustellen. Allerdings bleibt das Erreichen eines Zieles ergebnisoffen: Es kann gelingen, aber auch scheitern. Damit ein möglicher Erfolg nicht dem Zufall überlassen bleibt, sind im Voraus die verfügbaren Ressourcen und Mittel einzuschätzen und in Verbindung mit den Möglichkeiten und Kompetenzen auf die Ziele hin abzuwägen. Es gibt unterschiedliche Formen und Ebenen von Zielen. Gerade die Unterscheidung in Grob- und Feinziele oder auch in Fern- und Nahziele ist üblich, um das Maß an Konkretheit respektive Ausdifferenziertheit oder aber den Zeithorizont von Zielen zu charakterisieren. In der Praxis der Sozialen Arbeit ist häufig von SMART-Zielen die Rede. Diese stark operationalisierten Ziele sind durchaus wichtig, werden aufgrund ihrer Kleinteiligkeit in unserem Konzept jedoch dem Prozessschritt Interventionsplanung zugeordnet; in diesem Kapitel werden sie unter dem Titel Feinziele näher erläutert ( Kap. 11.4). Cassée bezieht sich in Anlehnung an Bewyl/Schepp-Winter (2013) und Neuffer (2013) auf die Unterscheidung von Grundsatz- und Handlungszielen. Erstere liegen in weiter Zukunft und werden in der Regel von verantwortlichen (Fach-)Personen für Klientinnen formuliert, letztere sind konkret und werden innerhalb eines kürzer festgelegten Zeitraums verfolgt (vgl. Cassée 2019:254 f.). Auch Pantuček -Eisenbacher differenziert zwischen Zielen im Sinne von Orientierungsideen und operativen Zielen mit einer Etappierung (vgl. 2019:111). Von Spiegel grenzt konzeptionell gegebene Wirkungsziele von Klientinnen mit allgemeiner Orientierungsfunktion ab von begrenzten Teilzielen für absehbare Zeiträume. Andererseits beziehen sich bei von Spiegel Handlungsziele auf Bedingungen und Arrangements für das Erreichen von Wirkungszielen und sind damit Arbeitsziele der Fachkraft (vgl. 2013:154 f., 257). Auch Heiner benennt Wirkungsziele als Ziele von Klienten und ergänzt diese um Leistungsziele von Professionellen (vgl. 2007:455 f.). Schwabe bezeichnet diejenigen Ziele, die Klienten für sich selbst formuliert haben respektive formulieren als Eigenziele (vgl. 2019:119). Storch und Krause bringen eine weitere Zielebene ins Spiel: Mottoziele als Haltungsziele von Klientinnen, die überaus motivierend sind und in hohem Masse eine handlungswirksame Qualität aufweisen. Sie dienen der Intentionsbildung und sind Ausdruck klaren Entschlossenseins (vgl. 2017:237 f.). In unserem Konzept unterscheiden wir einerseits den in verschiedensten Konzeptionen angesprochenen Zeithorizont der Ziele mit den drei Ebenen Fernziele, Grobziele und Feinziele. Zudem wollen wir Bedeutung beimessen, wer im Fokus eines Zieles steht, d. h. um wessen Ziel es sich handelt, wer es für sich formuliert hat und wer es erreichen kann. Diesbezüglich sprechen wir von Bildungszielen von Klientinnen und damit zusammenhängenden Unterstützungszielen der Professionellen. Die Bezeichnung Zielsetzung als solches suggeriert für diesen Prozessschritt einen willentlichen Entschluss, sich auf ein konkretes Ziel oder mehrere konkrete Ziele zu konzentrieren. Zentral ist hier der