Hochuli Freund 31.7.17 S. 203 Fallbesprechungs-Materialien Tab. 4: Fallbesprechung Analyse – Fortsetzung Mögliche Fragen für die Moderation: • Was taucht immer wieder auf und ist demnach wichtig in diesem Fall? • Was kann eher vernachlässigt werden? • Wo gibt es divergierende Einschätzungen von unterschiedlichen Beteiligten? Was ist aus Sicht der Klientin X besonders wichtig?15 • Was wirkt widersprüchlich, passt nicht zusammen?16 • Was fällt auf, erstaunt oder erscheint klärungsbedürftig? • Wie können wir Wichtigste nun zusammenfassen und auf den Punkt bringen? Wie lautet die Fallthematik?17 Anschliessend geht es um die Klärung des weiteren Vorgehens. Mögliche Fragen für die Moderation: • Gibt es noch weiteren Klärungsbedarf? Ist es notwendig noch weitere Analysen durchzuführen? Wozu genau müssen noch weitere Informationen eingeholt werden? • Wie wird die Fallthematik mit der Klientin X (und ihren Angehörigen) besprochen? • Welche Folgerungen ziehen wir aus dieser Fallbesprechung für die Gestaltung unserer Arbeit? • Wer macht was? Wer ist verantwortlich? 2.5 Fallbesprechung Diagnose Tab. 5: Fallbesprechung Diagnose Einleitung Moderation: »Heute begeben wir uns auf einen weiteren Suchprozess: Wir wollen versuchen, die Klientin X in ihrer Lebenssituation besser zu verstehen, nach Erklärungen zu suchen für problematische Dynamiken und Verhaltensweisen, für das was so herausfordernd ist in ihrer Lebenssituation. Ziel ist herauszufinden, was wir tun können, d. h. Ansatzpunkte für unsere weitere (gemeinsame) Arbeit zu finden.« (Zeitbedarf: 20–30 Min.) Die Falleinbringerin nennt die Fallthematik (= ›worum geht es hier?‹). 15 Ein Beispiel: ›Klientin X betont immer wieder sie fühle sich einsam und wünsche sich einen Freund. Sie möchte auch unbedingt weiterhin in den Sportverein, dort sei es lässig.‹ 16 Ein Beispiel: ›Klientin X äussert, sie fühle sich einsam, aus Sicht der Professionellen (Wohnen und Schule) ist sie jedoch stets in Kontakt mit anderen Jugendlichen und scheint auch sehr gut anzukommen.‹ Oder: ›Die Eltern vermissen Klientin X, was jedoch nicht auf Gegenseitigkeit beruht.‹ 17 Ein Beispiel für eine Fallthematik: ›Es geht um eine 15-jährige Jugendliche marokkanischer Abstammung, die erst seit einigen Monaten in der Organisation weilt und froh ist, nicht mehr bei den Eltern leben zu müssen, die den schulischen Anforderungen nicht gerecht werden will und kann, weil sie es derzeit einfach nicht wichtig findet, die sich einsam fühlt, obwohl sie stets in Kontakt mit Gleichaltrigen ist und grosse Anerkennung geniesst, die völlig unvermittelt aggressive Ausbrüche hat wenn das Thema Familie irgendwo angesprochen wird.‹ 203