Kap. 10.1), sondern lediglich nachvollziehbar, schlüssig von Theorie und Falldaten hergeleitet. Theoriegeleitetes Fallverstehen ist eine Suchbewegung des Verstehens, ein Versuch des Erklärens und Deutens seitens der Professionellen, bei dem sie theoretisches Wissen nutzen und mit Falldaten relationieren. Die Theorie bzw. die empirischen Forschungsergebnisse dienen quasi als Filter für den Fall ( Abb. 21). Dritter Schritt: Fokussierung der Erklärungen Die Relationierung von Theorie und Fall bedeutet eine Bewegung der Öffnung, bei welcher der Fall insgesamt in den Blick genommen wird (mit einem besonderen Fokus auf die Fallthematik). In der darauf folgenden Bewegung der Reduktion und Schließung werden jene Erkenntnisse fokussiert, welche Erklärungen zur Fallthematik beinhalten. Ein sinnvolles Hilfsmittel hierfür sind sog. ›erklärende Hypothesen‹: Die wichtigsten, auf dem Hintergrund der Theorie generierten Erklärungen zur Fallthematik, werden in Hypothesenform festgehalten, in der Form »Weil …«. Abb. 21: Theoriegeleitetes Fallverstehen Zwei Beispiele: • Weil es für Jugendliche wichtig ist, sich einen sozialen Raum nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen aneignen zu können, ist das vollständig eingerichtete Jugendtrefflokal mit seinen klaren Regeln für sie wenig attraktiv.