Hochuli Freund 31.7.17 S. 185 Variationen zum Prozessgestaltungsmodell • Reisebegleitung – Coach (= Kooperation mit Klientinnen und Bezugssystemen) • Fäden verknüpfen (= Kooperation auf der Fachebene, intra-/interprofessionell) Anstatt für jeden einzelnen Prozessschritt ein Symbol oder eine Metapher zu suchen, ist es auch möglich, Bilder und Geschichten über alle Prozessschritte hinweg zu nutzen. Wir stellen zwei Beispiele vor. Theaterbesuch Anbieten könnte sich hier beispielsweise ein Theaterbesuch, oder die Aufführung einer Theaterprobe (die Phantasie der Lesenden ist hier etwas gefragt). Zunächst betrachtet die aufmerksame Besucherin das Bühnenbild und erfolgt die Aufführung währen der ersten beiden Szenen (= Situationserfassung). Sie befragt die Schauspieler zu ihrer Rolle, zu ihren Beziehungen untereinander und zum Stück insgesamt, oder aber sie redet in der Pause mit anderen Theaterbesucherinnen. Auf diese Weise findet sie genauen Titel des Stücks heraus (= Analyse). Nun folgt der Blick hinter die Kulissen: Requisiten und Garderobe werden genau betrachtet, die Dynamik im Stück wird erforscht, das bisherige Drehbuch rekonstruiert (= Diagnose). Schliesslich wird ein Bild/eine Skizze für die nächste Szene (oder ein nächstes Stück) entworfen (= Ziele). Es wird eruiert, wen und was es für diese Szene/dieses Stück braucht. Es wird terminiert, ein Probenplan entworfen bzw. Einladungen werden verschickt, das Bühnenbild entsprechend umgestaltet etc. (= Interventionsplanung). Das neue Stück wird aufgeführt und gefilmt (= Interventionsdurchführung). Die Aufzeichnung wird ausschnittsweise nochmals angeschaut, gemeinsam mit dem Regisseur, den Schauspielerinnen und Besuchern wird die Aufführung nachgesprochen, Stärken und Schwächen werden ausgelotet und Folgerungen für ein weiteres Stück werden gezogen (= Evaluation). Wanderung Je nach persönlichen Präferenzen kann beispielsweise auch eine Wanderung metaphorisch eingesetzt werden. Bekannte werden zu spannenden Wanderungen befragt, im Netz wird nach Wanderberichten gesucht (= Situationserfassung). Die Wünsche/Vorlieben, die körperliche Verfassung, die zeitliche und finanziellen Möglichkeiten aller interessierten Wanderfreundinnen werden eruiert, verschieden Routen und deren Anspruchsniveau studiert, Wanderkarten oder -App besorgt (= Analyse). Man lässt die bisherigen gemeinsamen Wanderungen Revue passieren (bzw. liest Reiseberichte sehr genau) und erforscht sie hinsichtlich Schwierigkeiten, Höhepunkte und Dynamik in der Reisegruppe; das Zögern einer Wanderfreundin wieder teilzunehmen, versucht man genauer zu durchleuchten und zu verstehen 185