Wie war für Dich unsere Zusammenarbeit? – Wo haben wir Dich herausgefordert? Und war das gut/zu heftig/zu wenig davon? – Gab es Situationen/Zeiten, wo wir Dich zu sehr allein gelassen haben/wo wir zu viel gemacht haben? – Was waren für Dich die Sternstunden Deines Aufenthaltes? – Was war das Wichtigste, was jemand von uns gemacht hat?« Zur Kooperation auf der Fachebene: »Wer hätte aus Ihrer Sicht bei den Gesprächen noch mit dabei sein/mehr einbezogen werden sollen?«, etc. Gesamtbeurteilung und Folgerungen Dies ist die zentrale Dimension, gilt es doch, Schlussfolgerungen aus den (bisherigen) Evaluationsergebnissen zu ziehen. Es geht um eine Gesamtschau, um die Frage, was gelernt werden kann, wenn die Erkenntnisse insgesamt betrachtet werden. Welche Folgerungen lassen sich ziehen für die weitere Arbeit? Was soll weitergeführt werden, was muss geändert werden? • Folgerungen für den Fall: Wie soll im Fall weitergearbeitet werden? Ergibt sich eine neue Situation? Braucht es eine neue bzw. eine modifizierte Diagnose? Müssen Ziele neu formuliert werden? Wenn die Interventionen fortgeführt werden: Wie müssen sie verändert werden? • Allgemeine Folgerungen für die Berufspraxis: Welche Folgerungen lassen sich ableiten aus diesem Fall für die Arbeit mit Klientinnen mit ähnlicher Problematik bzw. mit den anderen Klienten in der Organisation? Ergibt sich ein Veränderungsbedarf für die Organisation(-struktur)? Welche Folgerungen lassen sich ableiten für das professionelle Handeln allgemein? Erfolgt die Evaluation im Rahmen eines laufenden Unterstützungsprozesses, so sind die Fragen nach der Weiterarbeit im Fall die entscheidenden. Die Fragen nach den allgemeinen Folgerungen für die Organisation und die Profession sind insbesondere bei jedem Abschluss eines Prozesses zu stellen – sofern sich diese als ›lernende Organisation‹ bzw. als ›lernende Profession‹ verstehen. Für die Evaluation mit dem Klientensystem gilt es dann den Fokus auf Erkenntnissen für die Zukunft, für die Gestaltung des eigenen Lebens zu legen. Eine Fragebeispiele für ein Abschlussgespräch, in Hinblick auf persönlichen Folgerungen: »Was haben Sie während der Beratung gelernt, was Sie mitnehmen/woran Sie immer denken wollen? Gibt es dazu vielleicht ein Wort/einen Satz/ein Bild? – Nach all der Zeit, die wir gemeinsam unterwegs waren: Was willst Du weiter so machen, wenn Du nun wieder ganz selbstständig unterwegs bist, worauf willst Du achten? – Wenn es Dir einmal schlecht geht: Woran kannst Du Dich erinnern, was könnte Dir helfen?« Abschließende Fragen an Klienten in Bezug auf allgemeine Folgerungen für die Professionellen könnten beispielweise lauten: »Was sollen wir bei anderen Jugendlichen in Zukunft unbedingt ebenfalls machen/unbedingt unterlassen?«