Hochuli Freund 31.7.17 S. 251 Zielkarte für einen herausfordernden Berufswunsch darstellt. R.s Etappenziele sollen bildlich in Form einer Treppe visualisiert werden. Meine Idee ist, dass sich R. dadurch immer wieder Orientierung verschaffen kann, in welcher Etappe er sich im Moment befindet, was dies bedeutet und welches die nächsten Schritte sind. Die Darstellung in Form einer Treppe soll einer Entmutigung entgegenwirken, indem der Prozess in klare Teilschritte aufgeteilt ist und somit flexibel und machbar erscheint. Diese Zielkarte wird gleichzeitig auch R.s Fahrplan für den letzten Therapieabschnitt darstellen. Die erforderlichen Voraussetzungen auf formaler und persönlicher Ebene, welche für das Erreichen seines beruflichen Ziels notwendig sind, möchte ich gemeinsam mit R. erarbeiten. Dadurch wird gleichzeitig ein Kompetenzenprofil für die Ausbildung an der Höheren Fachschule entstehen. Vor diesem Hintergrund möchte ich dann mit R. eine Kompetenzanalyse durchführen. Hierfür möchte ich einen weiteren Fragebogen als Analyseinstrument erstellen, welcher sich auf die persönlichen Kompetenzen bezieht, die für eine berufliche Integration erforderlich sind. Für den gesamten Analyseprozess in direkter Zusammenarbeit mit R. stehen mir vier Termine – also vier Stunden – zur Verfügung. Umsetzung Mit meiner PA besprach ich zunächst meine Idee, wie R.s zukunftsorientierte Zielkarte auf der Basis des Zeitstrahls aussehen könnte. Bereits im Vorfeld setzte ich mich mit den Voraussetzungen und Aufnahmekriterien der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik auseinander und erstellte einen provisorischen zukunftsbezogenen Zeitstrahl, in dem ich zu bestimmten Etappen auch bereits persönliche und formale Kompetenzen festgehalten habe. Diese Vorbereitungen dienten lediglich dazu, dass ich selber über den erforderlichen Prozess bis zu R.s beruflichem Ziel informiert bin und beim partizipativen Erstellen des Zeitstrahls nichts vergessen geht. Ich erläuterte R. meine Vorstellung der bildlichen Darstellung des zukünftigen Zeitstrahls; in der Zusammenarbeit mit ihm nannte ich diesen Zielkarte. Ich schilderte ihm die Zielkarte als ein Instrument, das er sich auch über die Therapie hinaus immer wieder vor Augen halten kann, um zu sehen, wo er sich auf seinem Weg zum Ausbildungsbeginn befindet. Ich hatte den Eindruck, dass R. meinen Erklärungen folgen konnte, er wirkte jedoch skeptisch und konnte sich noch nicht viel darunter vorstellen. Ich skizzierte auf einem Blatt Papier (siehe Abb. 18), wie diese Zielkarte in etwa aussehen könnte, was seine Skepsis etwas zu minimieren schien, und zeigte ihm auf, dass die Situationserfassung, die wir gemeinsam während des letzten Termins durchgeführt hatten, die Grundlage dieser Zielkarte darstellt. Da R. keine eigenen Ideen für die Darstellung der Zielkarte hatte, stimmte er meiner Idee zu. In einem partizipativen Prozess wurde der zukunftsorientierte Zeitstrahl erstellt. Da sich R. bereits im Vorfeld neben der Informationsveranstaltung der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik auch im Internet über diese Ausbildung informiert hatte, brauchte er lediglich eine strukturierte Anleitung, um die verschiedenen Etappen benennen zu können. Auf der Zielkarte wur251