Hochuli Freund 31.7.17 S. 39 Anforderungen an professionelles Handeln Zwischenfazit Aus der Analyse der Gemeinsamkeiten von verschiedenen Professionalitätsentwürfen können folgende Anforderungen an professionelles Handeln abgeleitet werden, welche die fachliche Qualität in der Sozialen Arbeit ausmachen: 1. Kennen und Aushalten von strukturellen Spannungsfeldern und Paradoxien; 2. Verfügen über zentrale Kompetenzen und eine/n fachliche/n Grundhaltung/Habitus; 3. Verwendung einer Systematik zur Strukturierung und Reflexion des methodischen Handelns. 3 Besonderheiten des Konzepts Kooperative Prozessgestaltung Die Methodik KPG fügt sich in eine Reihe mit den vorgestellten Konzeptionen und Modellen zur Systematisierung professionellen Handelns. Allerdings hebt sie sich von den bisherigen Entwürfen ab, da sie nicht nur die beschriebenen Qualitätsanforderungen an professionelles Handeln umfassend berücksichtigt, sondern auch über einige spezifische Merkmale verfügt. Da die Gemeinsamkeiten bereits erörtert wurden, werden schwerpunktmässig diejenigen Aspekte behandelt, welche KPG in besonderem Masse auszeichnen. Die Besonderheiten des Konzepts werden anhand von drei Gesichtspunkten – der offenen Rahmenstruktur mit praxistauglichen Standards für das Handeln, der Ausdifferenzierung der analytischen Phase und einer neuen Diagnose-Methode für die Praxis sowie dem besonderen Stellenwert der Kooperation – aufgezeigt. 3.1 Offene Rahmenstruktur mit praxistauglichen Standards für das Handeln Das Konzept KPG beschreibt professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit nicht nur theoretisch und abstrakt, sondern bildet die benötigten Handlungsanforderungen ebenso praxistauglich in einem Prozessmodell ab. Die Anforderungen an professionelles Handeln werden heruntergebrochen und, insbesondere da, wo sie an manchen Stellen anderer Konzeptionen vage bleiben, ganz konkret beschrieben. Dadurch werden diese besser lehr- und lernbar sowie für Praktiker besser greif- und handhabbar. Damit stellt KPG eine sehr angemesse39