eingebunden, systemisch vernetzt und jeweils entsprechend mit den nötigen Informationen versorgt sind. Das schafft für alle am Prozess Beteiligten Transparenz und vermittelt Sicherheit, denn alle wissen wo sie stehen. Die Arbeit mit dem Prozessgestaltungsmodell erfordert demzufolge eine gute Koordination zwischen allen Beteiligten, damit die Zwischenschritte und Teilaufgaben unter den jeweiligen Beteiligten in geordneter Weise gelöst werden. So scheint es sinnvoll, wenn in Teams die Verantwortung für die Koordination jeweils zu Beginn einer Prozessgestaltung vereinbart und von einer Professionellen der Sozialen Arbeit als fallverantwortlicher Person entsprechend wahrgenommen wird. Bei Auswertungsgesprächen, in Supervisions- oder Intervisionssitzungen merken Sozialpädagogen oft, dass die gleiche Situation schon einmal erörtert wurde oder es wird deutlich, dass sie auf dem besten Weg sind, sich an einer Problemstellung festzuhaken, oder sie fühlen sich in einer Negativspirale gefangen. Das Prozessmodell kann in solchen Fällen als Bezugsraster für eine Analyse verwendet werden. Indem das eigene Handeln mit den Methoden und Techniken jeweiliger Prozessschritte abgeglichen wird, kann herausgearbeitet werden, bei welchem Prozessschritt man sich tatsächlich befindet und was in der Folge geklärt werden muss. Es kann hilfreich sein herauszuarbeiten, wo man das methodisch strukturierte Handeln ›verlassen‹ hat und bei welchem Prozessschritt wieder eingesetzt werden soll, damit die Wiederholung aufgehoben, eine neue Perspektive eingebracht oder die Negativspirale aufgebrochen wird. Das Prozessgestaltungsmodell kann auch genutzt werden für die fachliche Auseinandersetzung innerhalb eines Teams. Es ermöglicht in diesem Rahmen in einen fachlichen Diskurs über einzelne Prozessschritte, Methoden, Techniken zu treten und darin die eigene Position einzubringen. So kann gemeinsam versucht werden, eine Erklärung für ein bestimmtes Thema oder Problem zu finden oder herauszuarbeiten, was denn unter Zielformulierung verstanden wird und welche Aspekte eine Evaluation aufweisen muss. Setzen Sozialpädagogen das Prozessmodell als Reflexionsinstrument ein, um sich bezüglich des eigenen professionellen Handelns zu vergewissern, können sie für sich wie auch im Team eine Bestätigung erhalten, ob das jeweils gewählte Vorgehen bei den Prozessschritten wie auch im Handeln insgesamt adäquat war, sie die gewählten Methoden und Techniken in der Logik des Prozessschritts angewendet, nichts Wesentliches vergessen haben und die wichtigen Beteiligten auch tatsächlich aktiv beteiligt waren. Insofern bildet die kritische Reflexion eine Möglichkeit der Selbstkontrolle in Bezug auf die Arbeit mit dem Prozessmodell. In jeder Organisation der Sozialen Arbeit bestehen Vorgaben, wie bezüglich Prozessgestaltung gearbeitet wird. Damit stellen sich nicht zuletzt auch Fragen der Qualität im Zuge von immer knapper werdenden Ressourcen. Arbeiten Organisationen mit ganz bestimmten Methodiken wie der hier vorgestellten Kooperativen Prozessgestaltung, werden ausgewählte Methoden und Techniken als verbindliche Standards für alle Mitarbeitenden gesetzt. Dies bietet die Möglichkeit, das methodische Handeln auf die spezifischen Zielgruppen und deren Anliegen auszurichten. Für die Professionellen heißt dies, sich entsprechend auszubilden, um die verbindlichen Standards zur optimalen Zielerreichung erfüllen zu können.