eigenen professionsspezifischen Standpunkt in den Fachdiskurs einbringen, begründen und vertreten (vgl. Hochschule für Soziale Arbeit 2008). 5.3 Zusammenfassung der Erkenntnisse Arbeitsbeziehungen zwischen Professionellen und Klienten der Sozialen Arbeit sind eingebettet in institutionelle Rahmenbedingungen und können sich stark unterscheiden hinsichtlich Freiwilligkeit, Dauer und Verbindlichkeit. Der Organisationsauftrag bildet den Rahmen der Arbeitsbeziehung. Die Professionellen gestalten sie im Rahmen ihrer bezahlten Tätigkeit: als Vertreter einer Organisation. Die Arbeitsbeziehung ist zeitlich und intentional begrenzt und angelegt auf Reduzierung der Hilfe bis zur Beendigung (mit Ausnahmen in der Behinderten- und Altenhilfe). Sie ist gekennzeichnet durch Aufgaben- und Zielorientierung. Die Aufgabenorientierung impliziert eine zunächst asymmetrische Struktur mit unterschiedlichen Rollen. Die Sozialarbeiterin hat dem Hilfe suchenden Klienten ein emotionales Beziehungsangebot zu machen und den Unterstützungsprozess zu strukturieren. Dazu gehört den Auftrag auszuhandeln, eine Zielausrichtung zu vereinbaren und damit gemeinsames Handelns zu ermöglichen. Das Unterstützungsziel besteht in der Befähigung des Klienten zur Selbsthilfe, in einem Zuwachs an Autonomie und Selbstständigkeit in der Lebensführung. In (sozial-)pädagogischen Beziehungskonzepten kommt die Asymmetrie der Arbeitsbeziehung stärker zum Tragen, weil hier ein Erziehungsauftrag besteht. Meistens wird dieser Auftrag von einem sozialpädagogischen Team wahrgenommen, eine Arbeitsbeziehung besteht hier zwischen einer Klientin und mehreren Professionellen. Die Arbeitsbeziehung zwischen Sozialpädagogin und Klient ist gekennzeichnet durch widersprüchliche Anforderungen. So sind Professionelle herausgefordert eine Balance zu finden zwischen Verantwortungsübernahme und Verantwortungsübergabe, zwischen Einflussnahme und Zurückhaltung, und sie müssen sowohl Nähe als auch Distanz situationsangemessen realisieren und verschränken können. Insbesondere bei sog. unfreiwilligen Klienten ist die Fähigkeit gefragt, diese durch ein behutsames Vorgehen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Das Beziehungsangebot kommt zunächst einseitig von Seiten der Professionellen, indem sie ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen und mit viel Geduld eine Basis von Vertrauen schaffen. Gerade für ›hardto-reach‹-Klienten kann das Angebot einer tragfähigen, persönlich geprägten Beziehung, welche die biographische geprägten Bindungsmöglichkeiten berücksichtigt, eine Alternativerfahrung ermöglichen, die zu Veränderungsprozessen im gesamten Netzwerkgefüge führt. Ein weiteres Kennzeichen einer Arbeitsbeziehung ist die widersprüchliche Einheit einer spezifischen und diffusen Sozialbeziehung: Professionelle handeln in einer rollenförmigen spezifischen Sozialbeziehung, in der sie austauschbar sind, zugleich