182 in dem Sinne, dass er Verbundenheit wiederherstellt, die durch das Trauma zerstört wurde. Wenn es gelingt, die beschriebenen Inhalte als zentrale Bestandteile von Traumapädagogik zu begreifen, kann Traumapädagogik Teil der Bewegung für eine Gesellschaft, in der Menschen aus herausfordernden Lebensumständen genesen können, sein. So verstanden wird die Pädagogik der Selbstbemächtigung Teil eines Weges zu einer mitfühlenderen Gesellschaft werden. Literaturtipps Kavemann, B./Nagel, B./Doll, D./Helfferich, C. (2019): Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung. Herausgeberin: Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Weiß, W./Sauerer, A. (2018): Traumapädagogik – ein Weg in eine mitfühlendere Gesellschaft? Chancen und Grenzen der traumainformierten Pädagogik der Selbstbemächtigung. In: Trauma – Zeitschrift für Psychotraumatologie, Heft 3, 16. Jg., S. 86–97. Für Expert*innen: Heine, H. (1997): Der Boxer und die Prinzessin. Herzog, M./Wittke, H. (2016): Lily, Ben und Omid. Drei Kinder machen sich auf den Weg, ihren ‚sicheren Ort‘ zu finden. Weiß, W./Sauerer, A. (Hrsg.) (2018): „Hey, ich bin normal!“ Herausfordernde Lebensumstände im Jugendalter bewältigen. Perspektiven von Expertinnen und Profis (Reihe: Edition Sozial). Weinheim und Basel. 9. Im Wissen der Herkunft die Zukunft gestalten Zukunft muss Bestandteil von Pädagogik, Traumapädagogik sein. Die Herkunft beeinflusst die Zukunftsperspektive aller Menschen, vor allem die der Mädchen und Jungen aus belasteten Lebensumständen. Das Bewusstwerden dieses Zusammenhanges bedeutet erwachsen zu werden. Dabei geht es nicht um die ganze grausame Wahrheit, es geht um ein kognitives Konzept meiner Herkunft. Wie viel Wahrheit ist möglich, wie viel Wahrheit ist nötig? Eine so weit als möglich selbstbemächtigte Zukunft bedeutet die Auseinandersetzung mit familiären Werten und Erfahrungen, an denen ich möglicherweise meine Zukunftsvorstellungen orientiere, dem Abgleich, wo kommen sie her? Sind sie mir hilfreich oder eher behindernd?