75 Das Körpergedächtnis Wenn Kinder die leidvollen Erfahrungen nicht integrieren können, setzen sich die traumatischen Ereignisse in Fragmenten im Körpergedächtnis fest und führen ein Eigenleben. Man geht davon aus, dass nicht assimilierte traumatische Erfahrungen in einem besonderen aktiven Gedächtnis gespeichert werden, das dazu neigt, die Darstellung der Inhalte zu wiederholen. Entweder wird das Trauma als ein Unglück in das Gedächtnis integriert oder die Empfindungen und Gefühle, die zum Erlebten gehören, führen ein Eigenleben. Wie Kinder traumatische Situationen abspeichern und sich wieder in das Gedächtnis rufen, wird entwicklungsentsprechend variieren (Pynoss u. a. 2000). So ist anzunehmen, dass je jünger die Kinder sind, desto mehr die Erinnerung auf eine einzige Wahrnehmung, sei es ein Bild, ein Geräusch, ein Geruch etc. konzentriert ist. Man geht davon aus, dass die nachfolgend aufgeführten Erinnerungsebenen als komplexe und unabhängige Gedächtnissysteme, als Körpergedächtnis außerhalb des Bewusstseins funktionieren: Das Körpergedächtnis – Die vom Menschen abgespaltene Geschichte – Das von Menschen unabhängige Bild – Geräusche – Gerüche – Das Körpergefühl – Die Emotionen Menschen, die einem Trauma ausgesetzt waren, können unter Schlafstörungen, plötzlichen Erinnerungen an das Ereignis, Konzentrationsschwierigkeiten, Albträumen usw. leiden. Philipp und Jana haben darüber keine Kontrolle. Wenn Rückblenden auftreten, werden diese die gleichen Gefühle von Angst, Panik, Selbstwert- und Vertrauensverlust wie in der traumatisierenden Situation auslösen: