35 Untersuchungen bestätigen den Zusammenhang zwischen Kindesmisshandlung, sexueller Gewalt gegen Kinder und Frauenmisshandlung (Kavemann 2000). Auch für Deutschland ist die Überlappung der Misshandlungstypen bestätigt (Pillhofer et al. 2011, S. 68). Bedauerlicherweise werden psychosoziale Belastungen von Kindern in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe und Pflegefamilien immer noch nicht ausreichend erhoben (Schmid 2007, S. 21 ff.) oder die Zahlen variieren breit (Zitelmann 2016, S. 220). Über die Verbreitung von Vernachlässigung und psychischer Misshandlung in Deutschland liegen immer noch keine repräsentativen empirische Daten vor (ebd.). Es ist davon auszugehen, dass gerade auch Mädchen und Jungen wie Philipp und Jana von Vernachlässigung, körperlicher, häuslicher und sexueller Gewalt betroffen sind. Trennungen haben sie alle hinter sich. Doch eine Subsumierung der verschiedenen Misshandlungsformen unter den Oberbegriff Kindesmisshandlung – wie sie einige Zeit in der Kinderschutzliteratur üblich war – vernachlässigt die unterschiedlichen Entstehungsbedingungen und Auswirkungen. Die Kenntnis der verschiedenen Traumata und der unterschiedlichen Wirkfaktoren ist eine Grundlage für eine angemessene Hilfe. Als gesicherte Risikofaktoren gelten folgende: Risikofaktoren → Emotionale Misshandlung → Körperliche Misshandlung → Sexuelle Misshandlung → Elterlicher Alkohol- und Drogenmissbrauch → Ärmliche Verhältnisse → Trennung/Scheidung → Psychische und/oder körperliche Erkrankungen der Eltern → Chronische familiäre Disharmonie → Elterlicher Verlust der Arbeit → Umzüge, Schulwechsel