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@ -10,4 +10,4 @@ hint: >-
gibt keinen «Bezug zum vorherigen Schritt».
footnote: "\U0001F4DA So viel wie möglich sehen — so wenig wie möglich verstehen"
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In der Situationserfassung mache ich mir ein Bild von Lenys aktueller Fallsituation. Ich sammle die Informationen zunächst offen und ohne Bewertung. Dabei nehme ich die Sichtweisen und Anliegen der Beteiligten auf und halte fest, welche Beobachtungen und Themen für das weitere Fallverstehen wichtig sind. Die Informationen stammen aus Berichten, Akten, Journal- und Protokolleinträgen, Gesprächen mit der Kindsmutter, Aussagen und Erzählungen von Leny sowie aus Fachpersonen-, Team- und Standortgesprächen (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 8.8).
In der Situationserfassung mache ich mir ein Bild von Lenys aktueller Fallsituation. Ich sammle die Informationen zunächst offen und ohne Bewertung. Dabei nehme ich die Sichtweisen und Anliegen der Beteiligten auf und halte fest, welche Beobachtungen und Themen für das weitere Fallverstehen wichtig sind. Die Informationen stammen aus Berichten, Akten, Journal- und Protokolleinträgen, Gesprächen mit der Kindsmutter, Aussagen und Erzählungen von Leny sowie aus Fachpersonen-, Team- und Standortgesprächen (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 8.8) [[cite:hochuli-freund-stotz-2021]].

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@ -5,6 +5,6 @@ title: "Ziel dieses Prozessschritts"
hint: "Beschreibe das Ziel der Analyse (Auslegeordnung, Strukturierung, Bewertung der erfassten Daten), den Bezug zur Situationserfassung (welche vorläufigen Themen ergaben sich?) und die gewählten Analysemethoden (z. B. Genogramm, Netzwerkkarte, Zeitstrahl, Perspektivenanalyse). Begründe kurz, warum du diese Methoden fallbezogen gewählt hast."
footnote: "📚 Vier Schritte: Methodenwahl → Datenerhebung → Hypothesen → Fallthematik"
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Ausgehend von der gegenwärtigen Situation und den vorläufigen Themen wird mit zwei praxisrelevanten Analysemethoden eine vertiefte Auslegeordnung vorgenommen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den vorhandenen und neu eingeholten Informationen werden in konstatierenden Hypothesen zusammengefasst, gewichtet und zur Fallthematik verdichtet (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 9.9).
Ausgehend von der gegenwärtigen Situation und den vorläufigen Themen wird mit zwei praxisrelevanten Analysemethoden eine vertiefte Auslegeordnung vorgenommen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den vorhandenen und neu eingeholten Informationen werden in konstatierenden Hypothesen zusammengefasst, gewichtet und zur Fallthematik verdichtet (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 9.9) [[cite:hochuli-freund-stotz-2021]].
Aus der Situationserfassung ergaben sich mehrere vorläufige Themen. Dazu gehören Vergessen, Orientierung, Ausweichen sowie Heimweh. Ich entschied mich für eine Perspektivenanalyse und die Methode "Drei Häuser".

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@ -5,6 +5,6 @@ title: "Ziel dieses Prozessschritts"
hint: "Beschreibe das Ziel der Diagnose (Erhellen und Verstehen des Falls mithilfe wissenschaftlicher Theorien), den Bezug zur Analyse (Fallthematik als Ausgangspunkt) und die gewählte Diagnosemethode (Theoriegeleitetes Fallverstehen). Benenne die gewählten Theorien und begründe kurz, warum sie zur Fallthematik passen."
footnote: "📚 Theoriegeleitetes und kooperatives Fallverstehen"
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In diesem Prozessschritt wird die erarbeitete Fallthematik aus der Analyse theoriegeleitet erhellt. Ich möchte das Warum dieser Themen klarer verstehen. Mit passenden fachlichen Wissensbeständen setze ich sie mit dem Fall in Beziehung und formuliere erklärende Hypothesen. Diese Hypothesen werden im weiteren Prozess validiert, und am Ende verdichte ich sie zu einer handlungsleitenden Arbeitshypothese. Sie bildet die Grundlage für die nächsten Prozessschritte Zielsetzung und Interventionsplanung (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 10.5).
In diesem Prozessschritt wird die erarbeitete Fallthematik aus der Analyse theoriegeleitet erhellt. Ich möchte das Warum dieser Themen klarer verstehen. Mit passenden fachlichen Wissensbeständen setze ich sie mit dem Fall in Beziehung und formuliere erklärende Hypothesen. Diese Hypothesen werden im weiteren Prozess validiert, und am Ende verdichte ich sie zu einer handlungsleitenden Arbeitshypothese. Sie bildet die Grundlage für die nächsten Prozessschritte Zielsetzung und Interventionsplanung (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 10.5) [[cite:hochuli-freund-stotz-2021]].
Da wir in unserem Praxisbetrieb systemisch denken (vgl. Kap. 2), wählte ich zunächst eine systemische Perspektive nach Wolf Ritscher (2022), um Lenys Übergänge zwischen zuhause und dem Praxisbetrieb, seine möglichen Loyalitätsbindungen sowie den Kontext seiner Belastungen zu verstehen. Um Lenys spezifische Belastungen und die in Kapitel 3.1 erwähnte posttraumatische Belastung nachvollziehbarer zu machen, ergänzte ich die systemische Perspektive durch traumapädagogische Überlegungen von Wilma Weiss (2024).
Da wir in unserem Praxisbetrieb systemisch denken (vgl. Kap. 2), wählte ich zunächst eine systemische Perspektive nach Wolf Ritscher (2022) [[cite:ritscher-2022]], um Lenys Übergänge zwischen zuhause und dem Praxisbetrieb, seine möglichen Loyalitätsbindungen sowie den Kontext seiner Belastungen zu verstehen. Um Lenys spezifische Belastungen und die in Kapitel 3.1 erwähnte posttraumatische Belastung nachvollziehbarer zu machen, ergänzte ich die systemische Perspektive durch traumapädagogische Überlegungen von Wilma Weiss (2024) [[cite:weiss-2024]].

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@ -6,10 +6,10 @@ hint: "Wähle einen Wissensbestand/Theorie als «Scheinwerfer» für die Fallthe
footnote: "📚 Wahl geeigneter Wissensbestände für theoriegeleitete Erklärung"
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Meine erste theoretische Grundlage bildet Wolf Ritscher. Seine systemische Perspektive hilft mir, Lenys Fallthematik im Zusammenhang mit zuhause, Schule, Wohngruppe und ihren Übergängen zu verstehen (Ritscher, 2022). Er versteht Menschen und ihre sozialen Umwelten als miteinander verbundene Ökosysteme. Lebensfähigkeit hängt von einem tragfähigen Ausgleich zwischen System und Umwelt ab (Ritscher, 2022, S. 34-35). Die Übergänge zwischen seinem Zuhause und dem Praxisbetrieb werden für das Fallverstehen bedeutsam. Lenys Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug lässt sich in diesem Zusammenhang genauer einordnen.
Meine erste theoretische Grundlage bildet Wolf Ritscher. Seine systemische Perspektive hilft mir, Lenys Fallthematik im Zusammenhang mit zuhause, Schule, Wohngruppe und ihren Übergängen zu verstehen (Ritscher, 2022) [[cite:ritscher-2022]]. Er versteht Menschen und ihre sozialen Umwelten als miteinander verbundene Ökosysteme. Lebensfähigkeit hängt von einem tragfähigen Ausgleich zwischen System und Umwelt ab (Ritscher, 2022, S. 34-35) [[cite:ritscher-2022]]. Die Übergänge zwischen seinem Zuhause und dem Praxisbetrieb werden für das Fallverstehen bedeutsam. Lenys Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug lässt sich in diesem Zusammenhang genauer einordnen.
Loyalität entsteht im Wechselspiel von Geben und Nehmen. Sie kann Zugehörigkeit und Zusammenhalt geben. Wenn sich Kinder stark für das Wohlergehen ihrer Eltern oder ihres Familiensystems verantwortlich fühlen, kann sie aber auch die Ablösung erschweren. Selbstständigkeit setzt eine ausgeglichene Gerechtigkeitsbilanz zwischen Eltern und Kindern voraus (Ritscher, 2022, S. 261-262).
Loyalität entsteht im Wechselspiel von Geben und Nehmen. Sie kann Zugehörigkeit und Zusammenhalt geben. Wenn sich Kinder stark für das Wohlergehen ihrer Eltern oder ihres Familiensystems verantwortlich fühlen, kann sie aber auch die Ablösung erschweren. Selbstständigkeit setzt eine ausgeglichene Gerechtigkeitsbilanz zwischen Eltern und Kindern voraus (Ritscher, 2022, S. 261-262) [[cite:ritscher-2022]].
Im Verlauf dieser Fallarbeit kam es zu einem Wutausbruch. Leny wollte nach einem belastenden Wochenende wiederholt nach Hause, und die Vereinbarung, bis zum Wochenende im Heim zu bleiben, brachte ihn sichtbar zum Verzweifeln. Dabei äusserte er ausdrücklich, dass er nach Hause wolle, um die Familie zu schützen. Sein Verantwortungsgefühl kann mit der beschriebenen Loyalität zusammenhängen. Leny ist bei altersentsprechenden Alltagsaufgaben auf enge Begleitung angewiesen. Selbstständiges Handeln zeigt sich in einzelnen Alltagssituationen.
Ressourcen werden als psychische, materielle und sozialkommunikative Quellen beschrieben, auf die bei der Bewältigung von Handlungsanforderungen zurückgegriffen werden kann. Coping-Strategien ermöglichen persönliche, kommunikative und praktische Formen der Bewältigung. Solange sich im Herkunftssystem nichts Wesentliches verändert, kann ein Verhalten für das System weiterhin sinnvoll bleiben und nicht einfach aufgegeben werden (Ritscher, 2022, S. 306-307). Im Herkunftssystem können Lenys Bewältigungsstrategien weiterhin eine stabilisierende Funktion haben, damit er handlungsfähig bleibt. In ruhigeren und klareren Situationen sowie bei praktischen, kreativen oder körperlichen Beschäftigungen werden Lenys Ressourcen sichtbar. Im Praxisalltag sind dieselben Strategien jedoch weniger hilfreich, insbesondere bei mehreren Aufgaben und oft auch bei Lernanforderungen.
Ressourcen werden als psychische, materielle und sozialkommunikative Quellen beschrieben, auf die bei der Bewältigung von Handlungsanforderungen zurückgegriffen werden kann. Coping-Strategien ermöglichen persönliche, kommunikative und praktische Formen der Bewältigung. Solange sich im Herkunftssystem nichts Wesentliches verändert, kann ein Verhalten für das System weiterhin sinnvoll bleiben und nicht einfach aufgegeben werden (Ritscher, 2022, S. 306-307) [[cite:ritscher-2022]]. Im Herkunftssystem können Lenys Bewältigungsstrategien weiterhin eine stabilisierende Funktion haben, damit er handlungsfähig bleibt. In ruhigeren und klareren Situationen sowie bei praktischen, kreativen oder körperlichen Beschäftigungen werden Lenys Ressourcen sichtbar. Im Praxisalltag sind dieselben Strategien jedoch weniger hilfreich, insbesondere bei mehreren Aufgaben und oft auch bei Lernanforderungen.

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@ -6,8 +6,8 @@ hint: "Wähle einen zweiten Wissensbestand/Theorie als «Scheinwerfer» für die
footnote: "📚 Zweiter Theorierahmen für vertiefte Fallanalyse"
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Wilma Weiss vertritt eine traumapädagogische Sichtweise, die vom guten Grund des Verhaltens ausgeht und auf Selbstbemächtigung zielt (Weiss, 2024). Sie hält dazu an, Verhalten zuerst zu verstehen, bevor es vorschnell verändert wird. Die Würdigung einer entwickelten Strategie kann Stress verringern und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Die Einordnung als normale Reaktion auf belastende Situationen kann von Schuld und Scham entlasten (Weiss, 2024, S. 120-121, 142). Bei Leny können Vergessen, Ausweichen und Orientierungsschwierigkeiten einen guten Grund haben. Ich verstehe sie als sinnvolle Reaktionen auf seine Belastungen.
Wilma Weiss vertritt eine traumapädagogische Sichtweise, die vom guten Grund des Verhaltens ausgeht und auf Selbstbemächtigung zielt (Weiss, 2024) [[cite:weiss-2024]]. Sie hält dazu an, Verhalten zuerst zu verstehen, bevor es vorschnell verändert wird. Die Würdigung einer entwickelten Strategie kann Stress verringern und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Die Einordnung als normale Reaktion auf belastende Situationen kann von Schuld und Scham entlasten (Weiss, 2024, S. 120-121, 142) [[cite:weiss-2024]]. Bei Leny können Vergessen, Ausweichen und Orientierungsschwierigkeiten einen guten Grund haben. Ich verstehe sie als sinnvolle Reaktionen auf seine Belastungen.
Häusliche Gewalt bedeutet für Kinder eine starke Belastung. Kinder verzichten oft darauf, ihre Gefühle auszudrücken, um die Mutter nicht zusätzlich zu belasten. Sie übernehmen Verantwortung, fühlen sich schuldig und haben Angst um die Mutter, um sich selbst und um die Zukunft (Weiss, 2024, S. 42). Lenys Sorgen um die Mutter und die Geschwister zeigen deutlich, wie belastet seine Lebenssituation zuhause ist. Weiss verweist beim Thema häusliche Gewalt auf Kavemann und Kreyssig. Kindler beschreibt dort, dass miterlebte Partnergewalt die Entwicklung, Beziehungsgestaltung und Selbstregulation beeinträchtigen kann und bei Kindern erheblichen Stress erzeugt (Kindler, 2006, S. 40-47). Im beschriebenen Wutanfall war erkennbar, dass Leny seine Gefühle lange nicht ausdrücken konnte, weil er seine Mutter nicht zusätzlich belasten wollte. Wenn er nach einem belasteten Wochenende zu uns kommt, ist sein Stress sichtbar erhöht, er hat kaum Kapazität für Konzentration, ist müde, möchte schlafen, sagt, er habe Heimweh, und ist häufig nicht ganz gesund. So werden die Folgen der miterlebten häuslichen Gewalt bei Leny greifbarer.
Häusliche Gewalt bedeutet für Kinder eine starke Belastung. Kinder verzichten oft darauf, ihre Gefühle auszudrücken, um die Mutter nicht zusätzlich zu belasten. Sie übernehmen Verantwortung, fühlen sich schuldig und haben Angst um die Mutter, um sich selbst und um die Zukunft (Weiss, 2024, S. 42) [[cite:weiss-2024]]. Lenys Sorgen um die Mutter und die Geschwister zeigen deutlich, wie belastet seine Lebenssituation zuhause ist. Weiss verweist beim Thema häusliche Gewalt auf Kavemann und Kreyssig. Kindler beschreibt dort, dass miterlebte Partnergewalt die Entwicklung, Beziehungsgestaltung und Selbstregulation beeinträchtigen kann und bei Kindern erheblichen Stress erzeugt (Kindler, 2006, S. 40-47) [[cite:kindler-2006]]. Im beschriebenen Wutanfall war erkennbar, dass Leny seine Gefühle lange nicht ausdrücken konnte, weil er seine Mutter nicht zusätzlich belasten wollte. Wenn er nach einem belasteten Wochenende zu uns kommt, ist sein Stress sichtbar erhöht, er hat kaum Kapazität für Konzentration, ist müde, möchte schlafen, sagt, er habe Heimweh, und ist häufig nicht ganz gesund. So werden die Folgen der miterlebten häuslichen Gewalt bei Leny greifbarer.
Frühe Stresserfahrungen können körperliche Reaktionen auslösen, zum Beispiel Erstarren oder Dissoziation. Dissoziation kann früher als Überlastungsschutz geholfen haben und sich unter anhaltender Belastung wieder aktivieren. Konzentrationsstörungen und Abschweifen können Ausdruck davon sein (Weiss, 2024, S. 144-146). Weiss beschreibt zudem, dass belastete Kinder im Schulalltag besonders gefordert sind und dissoziative Reaktionen leicht als Unwille gedeutet werden können (S. 166-167). Über Körperwahrnehmung, Selbstregulation und verlässliche Erfahrungen können sie schrittweise mehr Selbstwirksamkeit entwickeln (S. 139-140, 149-152). Damit werden Lenys Abschweifen, Vergessen und innere Abwesenheit verständlicher. Ich kann sie als mögliche dissoziative Reaktionen einordnen und besser nachvollziehen, weshalb Leny bei weniger Alltagsstress präsenter und aufnahmefähiger wirkt.
Frühe Stresserfahrungen können körperliche Reaktionen auslösen, zum Beispiel Erstarren oder Dissoziation. Dissoziation kann früher als Überlastungsschutz geholfen haben und sich unter anhaltender Belastung wieder aktivieren. Konzentrationsstörungen und Abschweifen können Ausdruck davon sein (Weiss, 2024, S. 144-146) [[cite:weiss-2024]]. Weiss beschreibt zudem, dass belastete Kinder im Schulalltag besonders gefordert sind und dissoziative Reaktionen leicht als Unwille gedeutet werden können (S. 166-167) [[cite:weiss-2024]]. Über Körperwahrnehmung, Selbstregulation und verlässliche Erfahrungen können sie schrittweise mehr Selbstwirksamkeit entwickeln (S. 139-140, 149-152) [[cite:weiss-2024]]. Damit werden Lenys Abschweifen, Vergessen und innere Abwesenheit verständlicher. Ich kann sie als mögliche dissoziative Reaktionen einordnen und besser nachvollziehen, weshalb Leny bei weniger Alltagsstress präsenter und aufnahmefähiger wirkt.

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@ -6,4 +6,4 @@ hint: "Beschreibe das Ziel des Prozessschrittes, den Bezug zur Diagnose (Arbeits
footnote: "📖 Zielsetzung = Übergang von Diagnose zu Intervention"
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In diesem Prozessschritt gestalte ich die kooperative Zielbildung für die weitere Begleitung von Leny. Ich nutze die erklärenden Hypothesen, die handlungsleitende Arbeitshypothese und die Fragestellung für die Fachleute aus Kapitel 3.3 als Grundlage. Daraus formuliere ich, der Zielhierarchie folgend, ein Fernziel und dazu passende Grobziele. Die Grobziele unterscheide ich in Bildungsziele und Unterstützungsziele, damit klar bleibt, für wen sie formuliert sind. Die Zielsetzung gibt dem weiteren Prozess eine Richtung und bildet die Grundlage für die Interventionsplanung, in der die Feinziele ausgearbeitet werden (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 11.6).
In diesem Prozessschritt gestalte ich die kooperative Zielbildung für die weitere Begleitung von Leny. Ich nutze die erklärenden Hypothesen, die handlungsleitende Arbeitshypothese und die Fragestellung für die Fachleute aus Kapitel 3.3 als Grundlage. Daraus formuliere ich, der Zielhierarchie folgend, ein Fernziel und dazu passende Grobziele. Die Grobziele unterscheide ich in Bildungsziele und Unterstützungsziele, damit klar bleibt, für wen sie formuliert sind. Die Zielsetzung gibt dem weiteren Prozess eine Richtung und bildet die Grundlage für die Interventionsplanung, in der die Feinziele ausgearbeitet werden (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 11.6) [[cite:hochuli-freund-stotz-2021]].

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@ -8,6 +8,6 @@ footnote: "🤝 Kooperation und dialogische Aushandlung von Zielen"
Die Zielbildung wurde auf Fachebene erarbeitet. Weil Leny mehrere Wochen nicht anwesend war, konnte der Zielbildungsprozess nicht direkt mit ihm vollzogen werden. In drei Fallbesprechungen im Team Sozialpädagogik, in der Kinderbesprechung, im Leny-Bezugspersonenteam sowie in einzelnen Fachgesprächen mit der Psychologin und der Heilpädagogin wurden die Fallthematik, die Arbeitshypothese, die Fragestellung für die Fachleute und mögliche Veränderungsrichtungen aufgenommen und weiterentwickelt.
Die Zielfindung verlief als Pendelbewegung zwischen den bisherigen Erkenntnissen aus Situationserfassung, Analyse und Diagnose und dem Ausblick auf die weitere Begleitung. Die Fachpersonen prüften immer wieder, was für Leny bedeutsam, erreichbar und im Moment tragfähig ist. Aus den erklärenden Hypothesen, der Arbeitshypothese und der Fragestellung für die Fachleute entstanden Grobziele, die mit dem Fernziel verbunden sind. Die Grobziele stehen jeweils für ein Thema der Arbeitshypothese. Da der direkte Einbezug von Leny eingeschränkt war, wurden vorerst Unterstützungsziele formuliert (vgl. Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 11.3). Sie bilden den Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung in Kapitel 3.5.
Die Zielfindung verlief als Pendelbewegung zwischen den bisherigen Erkenntnissen aus Situationserfassung, Analyse und Diagnose und dem Ausblick auf die weitere Begleitung. Die Fachpersonen prüften immer wieder, was für Leny bedeutsam, erreichbar und im Moment tragfähig ist. Aus den erklärenden Hypothesen, der Arbeitshypothese und der Fragestellung für die Fachleute entstanden Grobziele, die mit dem Fernziel verbunden sind. Die Grobziele stehen jeweils für ein Thema der Arbeitshypothese. Da der direkte Einbezug von Leny eingeschränkt war, wurden vorerst Unterstützungsziele formuliert (vgl. Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 11.3) [[cite:hochuli-freund-stotz-2021]]. Sie bilden den Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung in Kapitel 3.5.
Eine punktuelle Rückkopplung mit Leny war später möglich. Ich besprach die ausgearbeiteten Grobziele mit Leny. Ich informierte ihn über unsere Überlegungen, fragte ihn nach seiner Einschätzung und sagte ihm, dass wir die Ziele bei Bedarf wieder anpassen können.

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@ -9,4 +9,4 @@ hint: >-
Interventionsplanung auf Analyse, Diagnose und Zielsetzung aufbaut.
footnote: "\U0001F4D6 Interventionsplanung: entwerfen, reflektieren, auswählen, planen"
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In diesem Prozessschritt blicke ich zuerst auf die bisherigen Erkenntnisse zurück. Anhand des Sollzustands der Grobziele beginnt die offene Suche nach Interventionsideen. Sie werden reflektiert, ausgewählt und verdichtet, indem Feinziele formuliert werden. Mit einem Feinziel plane ich die erste Interventionsphase (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 12.7).
In diesem Prozessschritt blicke ich zuerst auf die bisherigen Erkenntnisse zurück. Anhand des Sollzustands der Grobziele beginnt die offene Suche nach Interventionsideen. Sie werden reflektiert, ausgewählt und verdichtet, indem Feinziele formuliert werden. Mit einem Feinziel plane ich die erste Interventionsphase (Hochuli Freund & Stotz, 2021, Kap. 12.7) [[cite:hochuli-freund-stotz-2021]].

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@ -11,10 +11,10 @@ footnote: "\U0001F4DA APA 7th Edition — alphabetisch, hängende Einzüge, DOI
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***Literaturverzeichnis***
Hochuli Freund, U. & Stotz, W. (2021). *Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit: Ein methodenintegratives Lehrbuch* (5., erweiterte und überarbeitete Aufl.). Kohlhammer.
- {#hochuli-freund-stotz-2021} Hochuli Freund, U. & Stotz, W. (2021). *Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit: Ein methodenintegratives Lehrbuch* (5., erweiterte und überarbeitete Aufl.). Kohlhammer.
Kindler, H. (2006). Partnergewalt und Beeinträchtigungen kindlicher Entwicklung: Ein Forschungsüberblick. In B. Kavemann & U. Kreyssig (Hrsg.), *Handbuch Kinder und häusliche Gewalt* (S. 36-52). VS Verlag für Sozialwissenschaften.
- {#kindler-2006} Kindler, H. (2006). Partnergewalt und Beeinträchtigungen kindlicher Entwicklung: Ein Forschungsüberblick. In B. Kavemann & U. Kreyssig (Hrsg.), *Handbuch Kinder und häusliche Gewalt* (S. 36-52). VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Ritscher, W. (2022). *Systemische Modelle für die Soziale Arbeit: Ein integratives Lehrbuch für Theorie und Praxis* (7. Aufl.). Carl-Auer.
- {#ritscher-2022} Ritscher, W. (2022). *Systemische Modelle für die Soziale Arbeit: Ein integratives Lehrbuch für Theorie und Praxis* (7. Aufl.). Carl-Auer.
Weiss, W. (2024). *Philipp sucht sein Ich: Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen* (10., korrigierte Aufl.). Beltz Juventa.
- {#weiss-2024} Weiss, W. (2024). *Philipp sucht sein Ich: Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen* (10., korrigierte Aufl.). Beltz Juventa.