diff --git a/documents/richtlinien_fur_schriftliche_facharbeiten_agogis.md b/documents/richtlinien_fur_schriftliche_facharbeiten_agogis.md new file mode 100644 index 0000000..b46af04 --- /dev/null +++ b/documents/richtlinien_fur_schriftliche_facharbeiten_agogis.md @@ -0,0 +1,449 @@ +Richtlinien für schriftliche Facharbeiten +HF SP / KP & HF SP Flex +Version gültig ab Start 2024 + +wegweisende +Höhere Berufsbildung +im Sozialbereich + +agogis + +Sozialberufe. +Praxisnah. + + +Inhalt + +1 Einleitende Worte ................................................................................................................................. 1 +2 Datenschutz / Persönlichkeitsschutz .................................................................................................... 1 +2.1 Fachliche Darstellung der Organisation ................................................................................... 2 +2.2 Organisation wird anonymisiert ................................................................................................ 3 +2.3 Organisation wird nicht anonymisiert........................................................................................ 3 +2.4 Darstellung von Personen (Persönlichkeitsschutz).................................................................. 4 +3 Inklusive / diversitätsgerechte Sprache ................................................................................................ 5 +4 Deklaration bezüglich Urheberschaft / Datenschutz / Persönlichkeitsschutz / Umfang...................... 5 +5 Abgabe der Facharbeit ......................................................................................................................... 5 +6 Formale Strukturelemente des Aufbaus ............................................................................................... 6 +6.1 Titelblatt .................................................................................................................................... 6 +6.2 Formaler Aufbau / Gliederung des Inhaltes: Einleitung, Hauptteil, Schlussteil ........................ 6 +6.2.1 Einleitung .................................................................................................................................. 6 +6.2.2 Hauptteil.................................................................................................................................... 7 +6.2.3 Schlussteil................................................................................................................................. 7 +6.3 Verzeichnisse ........................................................................................................................... 7 +6.3.1 Inhaltsverzeichnis ..................................................................................................................... 7 +6.3.2 Quellenverzeichnis (Literatur- und Internetverzeichnis) und Angaben zum Einsatz KI-basierter Tools....................................................................................................................................... 7 +6.3.3 Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis ................................................................................. 8 +6.4 Anhang ..................................................................................................................................... 8 +7 Umfang ................................................................................................................................................. 9 +8 Layout / Textgestaltung ........................................................................................................................ 9 +8.1 Layout ....................................................................................................................................... 9 +8.2 Inhaltliche Textgestaltung....................................................................................................... 10 +8.3 Orientierungshilfen für die Lesenden...................................................................................... 11 +8.4 Sprache und Rechtschreibung ............................................................................................... 11 +9 Zitation, Quellenangaben, Quellenverzeichnis, Umgang mit Hilfsmitteln........................................... 12 +9.1 Definition................................................................................................................................. 12 +9.2 Bedeutung .............................................................................................................................. 12 +9.3 Zugelassene Quellen und Hilfsmittel...................................................................................... 13 +9.4 Richtlinien für das Zitieren und Angeben von Quellen sowie Hilfsmitteln .............................. 13 +9.4.1 Allgemeine Zitationsregeln ..................................................................................................... 14 +9.4.1.1 Wörtliches Zitat........................................................................................................................ 14 +9.4.1.2 Sinngemässes Zitat................................................................................................................. 15 + + +Seite 1/15 + +1 Einleitende Worte +Im vorliegenden Dokument werden einige Grundlagen und Richtlinien für das Erstellen von schriftlichen Facharbeiten beschrieben. + +Die Richtlinien für schriftliche Arbeiten verstehen sich als Ergänzung zu folgenden Dokumenten: +• Ausführungsbestimmungen der Promotionsrelevanten Kompetenznachweise / des abschliessenden Qualifikationsverfahrens +• Wegleitung der Promotionsrelevanten Kompetenznachweise / des abschliessenden Qualifikationsverfahrens + +Die Richtlinien für schriftliche Facharbeiten werden im Rahmen des Unterrichts eingeführt. +Diese dienen den Studierenden, Dozierenden / Beauftragten / begleitenden Fachpersonen / beurteilenden Fachpersonen / … als gemeinsamer Bezugspunkt. + +Generell gilt: +Es werden entlang der Ausbildung eine zunehmende Komplexität und Mehrperspektivität sowie eine zunehmende Differenzierung in der fachlich-theoretischen Auseinandersetzung, im Theorie-Praxis-Transfer und in der Erörterung sowie der fachlichen Reflexion verlangt. + +2 Datenschutz / Persönlichkeitsschutz +Fachpersonen der Sozial- und Kindheitspädagogik haben in der Praxis Zugang zu vielen vertraulichen Informationen. Sie stehen deshalb unter der beruflichen Schweigepflicht. + +Agogis legt in allen schriftlichen Facharbeiten einen grossen Wert auf den Theorie-Praxis-Transfer (Beobachtungen, Fallbeispiele, Projekte). Durch diese Anforderungen handeln die schriftlichen Facharbeiten immer auch von Klienten / Klientinnen, evtl. auch von deren Angehörigen und / oder von Teammitgliedern, und es kommt stets auch der organisationale Kontext ins Spiel. + +Der sorgfältigen Umsetzung des Datenschutzes / Persönlichkeitsschutzes, der Anonymisierung, gilt deshalb ein ganz besonderes Augenmerk. Unter Anonymisierung wird der Vorgang verstanden, personenbezogene Daten so zu verändern, dass diese Daten der Person nicht mehr zugeordnet werden können. + + +Seite 2/15 + +In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Agogis in Kapitel 7 wird namentlich erwähnt: +«Agogis legt grossen Wert auf Sorgfalt im Umgang mit Informationen, welche Organisationen, Personen (insbesondere Klientinnen / Klienten) betreffen. +• Persönliche Informationen und Personendaten dürfen ausserhalb des Studiums nicht verwendet oder weitergegeben werden. +• Wenn in Facharbeiten Informationen von / über Klienten / Klientinnen verwendet werden, so müssen diese Personen und die Organisationen durchgängig anonymisiert werden. +• Es ist eine Einwilligung bezüglich der Verwendung von Personendaten einzuholen. +• Eine Organisation darf nur mit Einwilligung der Organisationsleitung genannt werden. +• In Facharbeiten, die Informationen über Klienten / Klientinnen enthalten, muss die Organisation durchgehend anonymisiert werden. Sie darf auch dann nicht namentlich genannt werden, wenn die Einwilligung der Organisationsleitung dazu vorliegen sollte. +Die Verletzung der beruflichen Schweigepflicht wird sanktioniert.» + +Daraus abgeleitet gilt: +1. Jede schriftliche Facharbeit enthält in der Einleitung zwingend einen Hinweis darauf, wie die oben erwähnten Vorgaben konkret umgesetzt worden sind. +2. Die verfassende Person bezeugt den sorgfältigen und pflichtbewussten Umgang mit den Vorgaben am Schluss der Facharbeit in einer Deklaration (Agogis-Formular). +3. Wenn in einer schriftlichen Facharbeit die gewählte Form der Anonymisierung verletzt wird, führt das zwingend zu einer Auflage. + +Seite 3/15 + +2.1 Fachliche Darstellung der Organisation +Erfahrungsgemäss ist es nicht nötig, dass Lesende den Namen der Organisation kennen. +Wichtig und informativ sind hingegen Angaben bezüglich der Art der Organisation und der Klientel und Angaben, welche für das Thema der Facharbeit relevant sind wie z.B.: + +Allgemeine Angaben zur Organisation +• Grösse der Organisation: grosse / kleine Organisation / … +• Art des Angebotes: stationäres / teilstationäres / ambulantes / … aufsuchendes / familienergänzendes / … Angebot +• Auftragsklärung +• Relevante Organisationelle / organisationale handlungsleitende Konzepte +• Infrastruktur: älteres / modernes Gebäude mit einfacher / grosszügiger Infrastruktur, … +• Lage: zentral / dezentral gelegen – in Grossstadt / Agglomeration / Dorf … abgelegen auf dem Lande + +Allgemeine Angaben zur Klientel / Zielgruppe +• Lebensphase / Lebensalter: Kleinkinder / Kinder / Jugendliche / Erwachsene / … +• Soziale Problemlage: kognitive / psychische Beeinträchtigung / Verhaltensauffälligkeit / Sucht / Delinquenz / … +• Lebensbereich(e): Wohnbereich / Facharbeitsbereich / Freizeitbereich / Bildungsbereich … +• Zusammensetzung der Klientel: z.B. homogen – heterogen bezüglich der oben erwähnten Kriterien. + +Teamzusammensetzung, Facharbeitsabläufe, etc. + + +Seite 4/15 + +2.2 Organisation wird anonymisiert +Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes muss die Organisation anonymisiert werden, wenn es in der Facharbeit um einzelne Klienten / Klientinnen / einzelne Personen der Klientel geht. + +In der Einleitung der schriftlichen Facharbeit muss (allenfalls in einem entsprechenden Unterkapitel) der Umgang mit dem Datenschutz / Persönlichkeitsschutz ganz konkret beschrieben werden. Es kann sinngemäss folgender Text stehen: + +„Die Organisation, in welcher ich tätig bin, ist anonymisiert. Ich nenne die Organisation im Rahmen dieser Facharbeit mit dem Phantasienamen (–XY–). +Ich habe bei der Organisationsleitung die Erlaubnis eingeholt für die Benutzung aller internen Dokumente, auf welche ich mich in dieser Facharbeit beziehe. +Wenn ich mich auf organisationsinterne Dokumente beziehe, so steht jeweils ein entsprechender Hinweis“ * + +* z.B. «es handelt sich um ein Dokument der Organisation, die aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes anonym bleibt» + +Die Anonymisierung der Organisation muss in der Folge durchgehend gewährleistet sein. Dazu gehört nicht nur das konsequente, ausnahmslose Verwenden des in der Einleitung benannten Phantasienamens (–XY–). Der sorgfältige Umgang mit Fotos und mit Daten / Fakten, die eine Identifizierung ermöglichen, gehört genauso zur Anonymisierung. Daher gilt: +• Es dürfen keine identifizierbaren Fotos verwendet werden (z.B. keine identifizierbaren Ansichten des Organisationsgebäudes und/oder von Personen); es sollten des Weiteren keine spezifischen Fakten zur Organisation genannt werden (also kein genaues Gründungsdatum wie z.B. 1893; in einem solchen Fall würde in der Regel eine Angabe wie z.B. ‚Ende 19. Jh.’ genügen – sofern die Gründungszeit überhaupt für das Thema relevant ist). + +Kurzum: Die Facharbeit enthält keine Bilder und keine Hinweise, welche eine mühelose und schnelle Identifizierung der Organisation und / oder von Personen ermöglichen. +• Organisationsinterne Dokumente dürfen nicht wörtlich zitiert werden, da bei Zitaten mittels Internets in vielen Fällen eindeutig und ohne grossen Aufwand das Originaldokument (z.B. das Leitbild einer Organisation) gefunden werden kann. Textstellen dürfen also nur sinngemäss, in eigenen Worten zusammengefasst oder stark gekürzt wiedergegeben werden. +• Es dürfen keine Namen von Mitarbeitenden genannt werden (selbst wenn diese damit einverstanden wären oder selbst gerne genannt werden möchten), weil unter anderem der Persönlichkeitsschutz auch für Mitarbeitende gilt und weil durch deren Nennung die Organisation leichter identifiziert werden kann. Jede Nennung von Namen gefährdet die Anonymisierung. + +Zur Sicherheit kann im Rahmen der Schlussredaktion über die Suchfunktion überprüft und abgesichert werden, dass im Dokument ein bestimmter Begriff / Name nicht vorkommt. + + +Seite 5/15 + +2.3 Organisation wird nicht anonymisiert +Wenn es in der Facharbeit nicht um einzelne Klienten / Klientinnen geht, sondern z.B. allgemein um Aspekte einer bestimmten Klientel und/oder um Konzepte und/oder um Strukturen, so kann die Organisation genannt werden. Die Nennung muss aber begründet werden. + +In der Einleitung der schriftlichen Facharbeit kann in diesem Fall (allenfalls in einem entsprechenden Unterkapitel) sinngemäss folgender Text stehen: + +«In Absprache mit der Organisationsleitung und mit deren Einverständnis habe ich mich entschieden, die Organisation nicht zu anonymisieren, weil …… (Gründe, die für das Nennen der Organisation sprechen). +Organisationsinterne Dokumente, auf welche ich mich im Rahmen dieser Facharbeit beziehe, werden mit dem Einverständnis der Organisationsleitung benutzt. Sie werden mit einer Quellenangabe versehen und im Quellenverzeichnis korrekt aufgeführt.» + +Es gilt bei dieser Variante, sollte sie überhaupt gewählt werden, eine erhöhte Aufmerksamkeit und Sorgfalt bez. Datenschutz / Persönlichkeitsschutz. + + +Seite 6/15 + +2.4 Darstellung von Personen (Persönlichkeitsschutz) +Personen müssen anonymisiert werden. Jede schriftliche Facharbeit enthält deshalb in der Einleitung zwingend auch einen Hinweis darauf, wie die Anonymisierung konkret umgesetzt wird. + +Im entsprechenden Unterkapitel der Einleitung muss sinngemäss eine der folgenden Textvarianten stehen: + +a) «Ich verwende den erfundenen Vornamen – z.B. Jean/Jeanne – für den Knaben / das Mädchen, den / das ich in der Facharbeit erwähne.» +b) «Ich verwende die erfundenen Initialen ‚Herr Z.’ bzw. ‚P. Z.’ für den Klienten und ‚Frau K.’ bzw. ‚A. K.’ für die Klientin, den / die ich im Fallbeispiel porträtiere.» + +Die Anonymität der dargestellten Personen muss gewährleistet sein. Dazu gehört nicht nur das konsequente Verwenden des in der Einleitung genannten Phantasienamens bzw. der dort genannten Initialen, sondern auch der sorgfältige Umgang mit Fotos und Personendaten. +• Fotos: +Es dürfen keine Fotos verwendet werden, welche die Anonymität der Person aufheben. Personen dürfen nicht erkennbar sein. +Es dürfen auf dem Bild auch keine erkennbaren Details abgebildet sein, welche die Anonymität der Organisation aufheben könnten. +Wenn die Organisation nicht anonymisiert wird (vgl. Kapitel 2.3), dann gilt beim Verwenden von Personenfotos dieselbe Sorgfaltspflicht. +• Vorsichtiger Umgang mit dem Nennen von Personendaten: +Im Rahmen der schriftlichen Facharbeiten müssen spezifische Hinweise, welche zur Identifizierung der Person beitragen könnten, vermieden werden, d.h. es sollten keine «unnötigen» Details erwähnt werden, also keine Angaben, welche nichts zum Verständnis bzw. zur Nachvollziehbarkeit des Praxisbezuges beitragen wie z.B.: +o kein exaktes Geburtsdatum (Jahrgang oder sogar ungefähres Alter genügt) +o keine spezifischen biographischen Daten wie etwa die namentliche Nennung von Praxisorganisationen, in welchen die Person XY schon gewesen ist oder die Nennung von Ortschaften, wo sie schon gewohnt hat (es genügt z.B., wenn man erwähnt, dass XY vor dem Eintritt in die aktuelle Praxisorganisation schon in 12 anderen Praxisorganisationen war mit durchschnittlich 7 Monaten Aufenthalt oder dass er/sie im Schulalter 5-mal den Wohnort gewechselt hat). + +Zur Sicherheit kann am Schluss über die Suchfunktion überprüft werden, ob im Dokument die richtigen Namen der Personen nicht vorkommen. + + +Seite 7/15 + +3 Inklusive / diversitätsgerechte Sprache +Im Hinblick auf die Sprache bedeutet Diversität, dass sprachliche Diskriminierungen abgebaut werden und alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Beeinträchtigung, sexueller Orientierung etc. miteinbezogen werden. + +Der Text muss in einer diversitätsgerechten, diskriminierungsfreien Sprache verfasst werden. In Bezug auf die Dimension “Geschlecht” / ”Gender” heisst das, dass sprachlich der Geschlechtervielfalt Rechnung getragen wird und immer Personen aller Geschlechter sprachlich gleichberechtigt behandelt und angesprochen werden – es sei denn, eine Textstelle bezieht sich explizit nur auf ein Geschlecht (z.B. Gruppe, bei welcher es sich ausschliesslich um Frauen – oder ausschliesslich um Männer – handelt). + +Bezieht sich eine Aussage auf Personen verschiedener Geschlechter oder ist von Personen die von ihnen erwünschte geschlechtsbezogene Bezeichnung nicht bekannt, werden entweder geschlechtsneutrale, geschlechtsabstrahierende Personenbezeichnungen oder typografische Zeichen verwendet. + +Dementsprechend wird an Stelle der Person die Funktion bezeichnet wie z.B. die Teamleitung. Ebenso sind geschlechtsneutrale / geschlechtsabstrakte Formulierungen empfohlen wie z.B. Studierende, Mitarbeitende, Klientel. Als typografisches Zeichen wird der Genderdoppelpunkt (:) verwendet (z.B. Mitarbeiter:innen). + + +Seite 8/15 + +4 Deklaration bezüglich Urheberschaft / Datenschutz / Persönlichkeitsschutz / Umfang +Für jede Facharbeit muss das vollständig ausgefüllte offizielle Agogis-Formular vorliegen, in welchem die verfassende Person Aussagen zur Urheberschaft, zur Beachtung der Sorgfaltspflicht bezüglich Datenschutz / Persönlichkeitsschutz (Personendaten), zum Umfang der Facharbeit unterschreibt. + +Die Deklaration wird als letzte Seite in die Facharbeit bzw. ins elektronische Dokument integriert. + +5 Abgabe der Facharbeit +Der Abgabemodus (an wen und wie) wird für jeden schriftlichen Promotionswirksamen Kompetenznachweis und das abschliessende Qualifikationsverfahren in den Ausführungsbestimmungen definiert (z.B. als PDF-Datei, Worddatei und / oder als Papierversion). + +Die elektronische Datei muss exakt nach Vorgabe beschriftet werden. + +Muss eine Facharbeit als Papierversion und gebunden abgegeben werden, so wird eine Spiralbindung empfohlen. Für den Post-Versand gilt jeweils: A-Post und nicht-eingeschrieben. + + +Seite 9/15 + +Die Facharbeit darf doppelseitig gedruckt werden. Bei einem doppelseitigen Druck gelten folgende gängige Standards wie z.B. Leerseiten (erste Leerseite wird nach dem Titelblatt eingefügt und bei einem einseitigen Inhaltsverzeichnis auch hiernach; dadurch steht die Einleitung dann auf einer Vorderseite), Blattdicke (Schrift darf nicht durchscheinen), Positionierung der Seitenzahlen, Einstellung der Seitenränder, u.ä. + +Der Abgabetermin ist verbindlich (z.B. Zeitpunkt Upload auf Internetplattform). Für Papierversionen gilt: Datum des Poststempels. + +6 Formale Strukturelemente des Aufbaus +6.1 Titelblatt +Das Titelblatt enthält folgende Angaben: +• Name, Vorname der verfassenden Person +• Zur Facharbeit thematisch passender Titel und bei der Diplomarbeit thematisch passender Untertitel +• Bezeichnung des Elementes (z.B.: Exemplarische Prozessgestaltung / Diplomarbeit) +• Agogis + Klasse resp. Studiengangzuteilung + +Das Titelblatt kann zusätzlich (passend zum Thema) illustriert werden. + +6.2 Formaler Aufbau / Gliederung des Inhaltes: Einleitung, Hauptteil, Schlussteil +6.2.1 Einleitung +Die Einleitung einer schriftlichen Facharbeit dient dazu, die Lesenden in die Facharbeit einzuführen und ihr Interesse zu wecken / sie neugierig auf den Inhalt der Facharbeit zu machen. + +Eine gelungene Einleitung erfüllt in der Regel folgende Funktionen: +• die Problemstellung / das Thema, das behandelt wird, umreissen, kurz erläutern, darstellen und dessen Relevanz begründen (Worum geht es? Was macht das Thema relevant, interessant, etc.?) +• die Problemstellung / das Thema präzisieren, ein- bzw. abgrenzen (Worum geht es ganz genau? Auf welche Aspekte wird eingegangen, auf welche nicht (näher)? Warum?) +• den Ertrag skizzieren (Welches Ziel wird verfolgt?) +• die Voraussetzungen / Rahmenbedingungen erläutern, unter denen das Thema behandelt wird (In welchem Kontext? Beteiligte? Welcher methodische Zugang, welche fachlich-theoretischen Grundlagen sowie Vorgehensweisen wurden gewählt? Warum? etc.) +• den Aufbau der Facharbeit erläutern und begründen (In welcher Reihenfolge wird warum vorgegangen? Wie beziehen sich die einzelnen Kapitel auf das Thema?) + +Ob alle und wie ausführlich diese Aspekte in der Einleitung angesprochen werden müssen, hängt vom Gegenstand und Umfang der Facharbeit ab und wird in den jeweiligen Wegleitungen spezifiziert. + + +Seite 10/15 + +6.2.2 Hauptteil +Im Hauptteil wird detailliert die fachliche Aufarbeitung und Bearbeitung der eingangs dargestellten Problem- / Themenstellung und die daraus resultierenden Ergebnisse detailliert dargestellt. + +Der rote Faden innerhalb und zwischen den einzelnen Kapiteln ist dabei für die Nachvollziehbarkeit unabdingbar. + +Im Hauptteil der schriftlichen Facharbeit wird das erarbeitete Wissen entsprechend dem Thema der Arbeit kapitelweise systematisch geordnet dargestellt. Jedes Kapitel kann in sich unterschiedlich aufgebaut sein: Es kann dabei beschrieben, erklärt, erläutert und argumentiert werden, es können Übersichten und Einblicke gegeben sowie Schlussfolgerungen gezogen werden. Weiter werden im Hauptteil theoretische Grundlagen behandelt sowie Begriffsbestimmungen vorgenommen. Die jeweiligen Ausführungen werden auf die konkreten Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis bezogen. Zwischen den einzelnen Kapiteln sind sinnvolle Übergänge zu formulieren. + +6.2.3 Schlussteil +Im Schlussteil wird die gesamte Facharbeit auf einer übergeordneten Ebene in Bezug auf die eigene Berufsrolle, auf die eigenen beruflichen Handlungskompetenzen und das eigene Professionalitätsverständnis kritisch reflektiert. Die wichtigsten Erkenntnisse und Konsequenzen werden in einem übergeordneten Fazit zusammengefasst. Im Schlussteil wird das Wesentliche der Facharbeit in Form einer reflektierenden und fachlich begründeten Betrachtung der gesamten Facharbeit dargestellt. + +Die Erkenntnisse der einzelnen Kapitel sollen zusammengefasst und ihre Zusammenhänge in Bezug auf die sozialpädagogische / kindheitspädagogische Aufgabenstellung – Frage oder These – verdeutlicht werden. + + +Seite 11/15 + +6.3 Verzeichnisse +Die Verzeichnisse sind korrekt (d.h. gemäss den nachfolgenden Vorgaben), vollständig, einheitlich und übersichtlich zu gestalten. + +6.3.1 Inhaltsverzeichnis +Das Inhaltsverzeichnis führt die Kapitel und Unterkapitel mit Dezimalklassifikation und mit Seitenzahlen auf. + +6.3.2 Quellenverzeichnis (Literatur- und Internetverzeichnis) und Angaben zum Einsatz KI-basierter Tools +Das Quellenverzeichnis (Literatur- und Internetverzeichnis) wird als Kapitel im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Es listet die vollständigen Angaben zu zitierten und zusammengefassten Quellen (Literatur, Internet, etc.) auf. + +Im Verzeichnis werden nur die in der Facharbeit verwendeten Quellen aufgeführt – diese aber vollzählig. Die Quellen werden alphabetisch nach Nachnamen der jeweiligen Autorenschaft geordnet (vgl. Kapitel 9.4). + +Die Zitations-Tabelle betreffend Einsatz von KI-basierten Tools ist separat im Quellenverzeichnis aufzuführen (vgl. Leitfaden Umgang mit auf Künstlicher Intelligenz basierenden Tools). + + +Seite 12/15 + +6.3.3 Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis +Als Abbildungen / Illustrationen (entsprechende Formatierung wählen) gelten visuelle Darstellungselemente, die Aussagen im Fliesstext veranschaulichen / ergänzen und für das Verständnis des Fliesstextes notwendig sind. Auf Abbildungen / Illustrationen muss im Fliesstext explizit Bezug genommen bzw. Abbildungen / Illustrationen müssen kommentiert werden. + +Abbildungen / Illustrationen werden fortlaufend nummeriert und mit einem Titel und einer Quellenangabe versehen. Werden mehr als drei Abbildungen verwendet, so sind diese in einem Abbildungsverzeichnis aufzuführen. + +Abbildungsbeschriftung Grundschema: +Abbildungsnummer +Abbildungsbeschriftung +Abbildung +Allenfalls Anmerkung, Quelle + +Konkretes Beispiel einer Abbildungsbeschriftung: +Abbildung 1 +Prozessmodell Kooperative Prozessgestaltung +Hochuli Freund & Stotz, 2017, S. 136 + +Spezifische Abkürzungen müssen im Text bei der ersten Nennung eingeführt / erklärt werden. +Wenn in der Facharbeit mehr als drei spezifische Abkürzungen verwendet werden, so sind diese zusätzlich in einem Abkürzungsverzeichnis in alphabetischer Reihenfolge aufzuführen. + +6.4 Anhang +Unterlagen, welche nicht zum Inhalt der Facharbeit gehören, die jedoch die inhaltlichen Aussagen zusätzlich dokumentieren / exemplarisch veranschaulichen, können in den Anhang aufgenommen werden. + +Der Anhang wird als Kapitel im Inhaltsverzeichnis aufgeführt und in Unterkapitel strukturiert. Es gelten die Regeln bez. lückenloser Angabe der Quellen und bezüglich der Sorgfalt im Umgang mit Datenschutz / Persönlichkeitsschutz (wird beurteilt). Inhaltlich und formal wird der Anhang nicht beurteilt. + + +Seite 13/15 + +7 Umfang +Der Umfang von schriftlichen Facharbeiten wird mittels Anzahl Zeichen (ohne Leerzeichen) definiert. Es wird für jede Facharbeit jeweils eine verbindliche minimale und eine verbindliche maximale Anzahl Zeichen vorgeschrieben. Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis und weitere Verzeichnisse sowie der Anhang werden nicht mitgerechnet. + +Die verfassende Person weist den Umfang der eingereichten Facharbeit in einer Deklaration aus (vgl. Kapitel 4). + +8 Layout / Textgestaltung +8.1 Layout +Bei einer schriftlichen Facharbeit steht die sachliche / fachliche Darstellung eines Themas im Vordergrund. Das Layout soll diesen Aspekt von der Gestaltung her unterstützen. Empfohlen wird in diesem Sinne ein ansprechendes, einfaches, ruhiges, aber konsequent umgesetztes Layout. + +Wie gross die Zeichen, die Zeilenabstände, die Seitenränder, die Schriftart usw. sind, ist nicht detailliert vorgegeben und ist dem eigenen (ästhetischen) Empfinden überlassen. + +Die Gestaltung der Facharbeit wird unter den formalen Beurteilungskriterien bewertet. + +Merke: +Layout und graphische Mittel unterstützen die inhaltliche Aussagekraft. + +Nachfolgend ein paar Hinweise bzw. Empfehlungen. + +Schrift und Schriftauszeichnungen +• Empfohlen werden die Schriften Arial oder Helvetica (11 pkt) – oder Times (12 pkt). +• Mit Schriftauszeichnungen soll bewusst und sparsam – dafür aber konsequent – umgegangen werden (Schriftauszeichnungen sind z.B. fett, kursiv, grössere Schrift). +Als Motto gilt: Weniger ist mehr! +• Als Zeilenabstand eignet sich: 1.0 oder 1.15. +• Empfohlen wird, den Text linksbündig oder im Blocksatz zu schreiben. Es muss unbedingt die Funktion «Silbentrennung» aktiviert werden. + +Seitengestaltung +• Seitenränder: oben, unten, rechts: ca. 2 bis 2,5 cm; links 2.5 bis 3 cm wegen Platz für Spiralbindung (falls der Text beidseitig kopiert werden sollte, muss links und rechts ein genügend grosser Seitenrand eingestellt werden). +• Seitenumbruch: Mit einem neuen Kapitel kann auf einer bereits beschriebenen Seite noch unten begonnen werden, wenn nebst Kapitelüberschrift noch Platz für 4-5 Textzeilen vorhanden ist – sonst Kapitel auf einer neuen Seite beginnen. +• Auf regelmässige (nicht zu grosse) Abstände zwischen den Kapiteln ist zu achten. + + +Seite 14/15 + +Formale Textgestaltung +Es sollte die Funktion der «Aufzählungszeichen» eingesetzt werden, wenn Dinge aufgezählt werden wie z.B.: +• Teilaspekte eines Themas +• Faktoren, die förderlich sind für ein bestimmtes Anliegen +• diverse Gründe für … xy … (z.B. für die Einführung eines bestimmten Ansatzes in der Organisation) ó diverse Gründe gegen … xy … +• usw. + +Durch die Aufzählungszeichen wird die Struktur der Gedanken klarer (z.B. innere Logik, Reihenfolge, Gewichtung, …). Diese Art der Darstellung ermöglicht den Lesenden (und schliesslich auch der verfassenden Person selbst) eine bessere Übersicht. + +Um Aussagen übersichtlich und zusammenfassend darzustellen, können graphische Mittel wie z.B. Rahmen, Tabellen, usw. eingesetzt werden. + +Grundsätzlich wird empfohlen, dass graphische Mittel gezielt eingesetzt werden sollen (Werden die schriftlichen Aussagen dadurch übersichtlicher?). Als Motto kann auch hier gelten: Weniger ist mehr. + +8.2 Inhaltliche Textgestaltung +Ein Fachtext sollte inhaltlich klar und übersichtlich in logisch aufgebaute Kapitel und Unterkapitel gegliedert sein. Diese müssen im Inhaltsverzeichnis aufgeführt werden. + +Kapitel werden in Unterkapitel unterteilt, wenn es mindestens zwei Unterkapitel gibt. Wer also Kapitel 1 untergliedern möchte, muss mindestens Unterkapitel 1.1 und 1.2 nennen. Ein Unterkapitel sollte in der Regel mindestens eine halbe Seite lang sein. Sonst ist es zu kurz, um als relevanter Gliederungspunkt zu gelten, und die Facharbeit sowie der Lesefluss wird unnötig zerstückelt. Eine Unterteilung der Kapitel in mehr als vier Ebenen sollte vermieden werden. + +Die Texte der (Unter)-Kapitel wiederum werden in Abschnitte / Absätze gegliedert. Eine gute Gliederung unterstützt für die Lesenden die Orientierung und macht den roten Faden erkennbar. + +Titel von Kapiteln und Unterkapiteln +Die Titel der Kapitel und Unterkapitel sollten so konkret und aussagekräftig / informativ gewählt werden, dass sie für die Lesenden bereits eine erste inhaltliche Orientierung geben (worum es im Kapitel konkret gehen wird). + +Absätze +Innerhalb der Kapitel sollte der Text in Absätze / Abschnitte unterteilt werden. Ein Absatz beinhaltet einen Teilaspekt oder einen Gedanken. Die Gedankengänge / Absätze sollten so aufgebaut werden, dass es einen in sich stimmigen und gut nachvollziehbaren Kapitelaufbau ergibt (Roter Faden innerhalb des Kapitels). + +Wenn Quellen referiert werden (z.B. Zusammenfassung von theoretischen Inhalten in eigenen Worten), so muss pro Gedankengang / Abschnitt die Quelle angegeben werden (= dichte Quellenangabe). + + +Seite 15/15 + +8.3 Orientierungshilfen für die Lesenden +Die Lesenden sollten innerhalb der Facharbeit immer wieder eine kurze Orientierung erhalten, indem beispielsweise laufend und explizit beschrieben wird, was warum und wozu gemacht wird und / oder wie der behandelte Teilaspekt zum Ganzen steht usw. Dadurch erhalten die Lesenden Einblick in das Konstruktionsprinzip der Facharbeit und der rote Faden wird laufend sichtbar (für die verfassende und lesende Person) und nachvollziehbar. + +Der Text liest sich einfacher, wenn die Übergänge zwischen den Kapiteln (und auch innerhalb von Kapiteln) explizit gestaltet werden, +• indem z.B. zu Beginn eines Kapitels kurz in dieses Kapitel mit all seinen Unterkapiteln eingeleitet wird; indem beschrieben wird, was die Lesenden in diesem Kapitel erwarten können +• indem am Schluss des Kapitels in 2-3 Sätzen das Wesentliche zusammengefasst und so die Ausführungen nochmals auf den Punkt gebracht werden +• indem im Sinne eines Rückblicks und Ausblicks beschrieben wird, was auf Grund des eben Gemachten nun im nächsten Kapitel folgen wird. + +Hilfreich sind auch Querverweise innerhalb der Facharbeit z.B. durch eine Klammerbemerkung wie etwa: (vgl. zu diesem Aspekt Kapitel xy), (weitere Ausführungen dazu finden sich in Kapitel xy) usw. Indem in diesem Sinne z.B. auf Ausführungen verwiesen wird, welche bereits in einem früheren Kapitel gemacht worden sind oder auf solche, welche später noch folgen werden, wird laufend der innere Zusammenhang der ganzen Facharbeit hergestellt. Auch das hilft wieder beiden Seiten: der verfassenden Person und Lesenden. + +8.4 Sprache und Rechtschreibung +Schriftliche Facharbeiten werden mit einer korrekten Orthografie, Interpunktion und Grammatik eingereicht. Folgende Vorgehensweisen sind sinnvoll: +• Mit Rechtschreibehilfe des Texterfassungsprogramms die Facharbeit überprüfen. +• Unklarheiten mit Nachschlagewerk klären +• Die Facharbeit in der Endfassung von einer sprachlich versierten Person gegenlesen lassen. +• Helvetismen sowie Alltagssprache (wie z.B.: probieren, aufgestellt, parkieren) sollen in schriftlichen Facharbeiten vermieden werden. + +In einer schriftlichen Facharbeit sind Aussagen, Überlegungen, Argumentationen und Erkenntnisse lückenlos, logisch verständlich, nachvollziehbar, differenziert und fachlich fundiert zu dokumentieren. Der sprachliche Ausdruck bedient sich einer klaren und präzisen Fachsprache. + +9 Zitation, Quellenangaben, Quellenverzeichnis, Umgang mit Hilfsmitteln +9.1 Definition +Als Zitat werden alle fremden Texte, Bilder, Aussagen oder Erkenntnisse bezeichnet, die in eigenen Texten, Studien, Referaten etc. verwendet werden. Zitate, die den genauen Wortlaut des Originals wiedergeben, werden als wörtliches Zitat bezeichnet. Werden fremde geistige Leistungen mit eigenen Worten wiedergeben, spricht man von sinngemässen Zitaten. + +9.2 Bedeutung +Geistige Erzeugnisse wie Texte, Studien, Forschungsergebnisse und Aussagen sind urheberrechtlich geschützt. Wenn geistige Erzeugnisse im eigenen Text verwendet werden, muss darauf hingewiesen werden. + +Korrekte Quellenangaben stellen sicher, dass +• Texte im Original nachgelesen und überprüft werden können; die Aussagen also objektiv nachvollziehbar und reproduzierbar sind (Belegbarkeit einer Behauptung / These / Fragestellung / Aussage). +• die Qualität des Zitats beurteilt werden kann (bspw. ein Zitat aus einem Fachbuch versus Zitat aus dem «Blick»). +• die Urheberschaft gegen falsche Zitierweisen und unsachgemässen Gebrauch ihrer Erzeugnisse vorgehen kann. +• eine Person aufgrund ihrer tatsächlich selbst erbrachten Leistung beurteilt wird. Bei einer schriftlichen Facharbeit ohne Quellenangabe ist eine gerechte Beurteilung nicht möglich, da nicht sicher ist, welche Leistung tatsächlich selbst erbracht wurde. + +Ein Zitat drückt in der Regel die Zustimmung zu der entsprechenden Aussage aus. Ist dies nicht der Fall, muss die Kritik im Text erkennbar sein. Zitiert wird in der Regel und wenn möglich aus der neuesten Ausgabe eines Werkes und wenn immer möglich aus der Original- / Primärliteratur. + +Gefordert wird in jedem Fall eine durchgängige, lückenlose und transparente Quellenangabe. Damit ist gemeint, dass die Quellenangabe dicht (z.B. pro Gedankengang / pro Teilaspekt / … pro Abschnitt) geschieht. + +Das Verwenden fremder Texte, Bilder, Musikstücke, Forschungsergebnisse oder Aussagen ohne Quellenangabe ist gemäss URG Art. 67ff strafbar. Wer fremde Erkenntnisse oder Ergebnisse als eigene ausgibt, macht sich des Plagiats schuldig. + +Verwenden Studierende fremde Werke oder Werkteile ohne Quellenangabe, hat dies disziplinarische Folgen. + +9.3 Zugelassene Quellen und Hilfsmittel +• Es dürfen nur öffentlich zugängliche Quellen verwendet werden. +• Grundsätzlich und nach Möglichkeit sind in schriftlichen Facharbeiten Primärzitate und Quellenangaben (Aussagen aus erster Hand; eigene geistige Leistungen der Verfassenden) zu verwenden. +• Sekundärzitate (Aussagen aus zweiter Hand; eine Autorenschaft zitiert eine fremde Quelle) sind nach Möglichkeit zu vermeiden bzw. es ist auf die Primärquelle zurückzugreifen. +• Online-Nachschlagewerke / Internetquellen sind nützlich, um sich einen groben Überblick über ein Thema zu verschaffen, um Begriffe zu klären und um weiterführende Quellen (Literatur, Links etc.) zu finden. +• Online-Nachschlagewerke / Internetquellen bergen jedoch das Risiko eines ungewissen Wahrheitsgehalts bzw. einer eingeschränkten Wissenschaftlichkeit mit sich und sind zudem «flüchtige» Quellen. Online-Nachschlagewerke sind daher kein Ersatz für reguläre Quellen und sollten daher mit Vorsicht verwendet werden. +• Das Zitieren von Unterrichtsunterlagen (Skripts, Folienhandouts etc.), welche von Dozierenden erstellt wurden, ist nicht zulässig. +• Der Einsatz von KI-basierten Tools (z.B. KI-basierte Chatbots wie ChatGPT, Übersetzungs- (z.B. Deepl), Paraphrasierungs- (z.B. Quillbot), Präsentationssoftware (z.B. Slides AI) und viele mehr) ist erlaubt, kann aber in einzelnen schriftlichen Facharbeiten begründet eingeschränkt oder untersagt werden. Der Leitfaden «Umgang mit auf Künstlicher Intelligenz basierenden Tools» definiert die in Agogis allgemein geltenden Rahmenbedingungen und das Zitieren / Deklarieren von Werkzeugen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. + +9.4 Richtlinien für das Zitieren und Angeben von Quellen sowie Hilfsmitteln +Die korrekte Zitierweise und Quellenangabe werden in allen schriftlichen Facharbeiten im Rahmen der formalen Kriterien beurteilt und mit Punkten bewertet. + +Für das Zitieren, die Quellenangabe und das Erstellen eines Quellenverzeichnisses in schriftlichen Facharbeiten gelten die Richtlinien der American Psychological Association, kurz APA-Style. Unter dem Stichwort APA-Zitierweise o.ä. finden sich in der obligatorischen Literatur Metzger, C. (2022). Lern- und Arbeitsstrategien. Ein Fachbuch für Studierende (12. Auflage). Cornelsen und im Internet sehr viele nützliche Hinweise. + +Die gängigsten Arten von Verweisen im Text und die gängigsten Quellentypen sind beispielsweise unter folgender Quelle zu finden: Bachmann, H. & Theel, M. (Hrsg.) (2021). Die deutschen APA-Richtlinien: Basierend auf der 7. Auflage (2019) des offiziellen APA Publication Manual. Scribbr. https://www.scribbr.de/wp-content/uploads/2021/03/Die-deutschen-APA-Richtlinien-7-Auflage-Scribbr.pdf + +Das Quellenverzeichnis mit den genauen bibliografischen Angaben wird am Ende der Facharbeit alphabetisch aufgebaut. Im Quellenverzeichnis werden nur diejenigen Quellen vollständig aufgeführt, die auch tatsächlich in der Facharbeit verwendet wurden. + +Bei umfangreichen Quellenverzeichnissen kann das Verzeichnis nach Materialtyp (Bücher, Internetquellen, Zeitschriften, ...) gegliedert werden. + +Für die Gestaltung des Quellenverzeichnisses gilt, weitgehend unabhängig von der Art der Publikation, dass ein Eintrag folgendem Grundschema entspricht: +Nachname der verfassenden Person, Initiale des Vornamens der verfassenden Person (Erscheinungsdatum). Titel (Auflage). Verlag resp. Fundort. + +Die Zitations-Tabelle betreffend Einsatz von KI-basierten Tools ist separat im Quellenverzeichnis aufzuführen (vgl. Leitfaden Umgang mit auf Künstlicher Intelligenz basierenden Tools). + +9.4.1 Allgemeine Zitationsregeln +Es gibt zwei Methoden, wie Fachtexte genutzt werden können: +Aussagen aus den benutzten Quellen können sinngemäss zusammengefasst oder wörtlich zitiert werden. + +Es muss im Text immer ein Kurzverweis erfolgen – egal ob es sich um ein wörtliches Zitat oder um eine sinngemässe Zusammenfassung handelt. + +Alle wörtlichen Zitate und alle sinngemässen Zusammenfassungen sind lückenlos zu kennzeichnen und explizit zu machen. Damit sagt die verfassende Person implizit aus, dass der übrige Text von ihr selbst stammt. Diese differenzierte Urheberschaft wird am Schluss der Facharbeit in einer Deklaration bestätigt (vgl. Kapitel 4). + +Der Kurzverweis kann auf zwei Arten erfolgen: +1. Der Kurzverweis wird am Schluss des Zitates in Klammer gesetzt und folgt dem Grundschema (Nachname Verfassende Person, Erscheinungsdatum, Seitenzahl). Die Quelle wird dabei immer vor den Punkt gesetzt. +2. Der Namen der verfassenden Person und das in Klammer gesetzte Erscheinungsdatum können im Satz aufgenommen werden; bei wörtlichen Zitaten kommt die Seitenzahl in Klammer nach dem Schlussziechen des Satzes; bei sinngemässen Zitaten wird die Seitenzahl an passender Stelle des Satzes in Klammer gesetzt eingefügt (vor Komma oder Schlusspunkt). + +Siehe dazu in der obligatorischen Literatur Metzger, C. (2022). Lern- und Arbeitsstrategien. Ein Fachbuch für Studierende (12. Auflage) und dabei insbesondere Seite 186. + +Die vollständige Quellenangabe erfolgt erst im Quellenverzeichnis. + +9.4.1.1 Wörtliches Zitat +Direkte oder sogenannte 1:1-Zitate sind relevante, aussagekräftige, prägnante, kurze Textstellen aus der verwendeten Literatur, die wörtlich wiedergegeben werden. + +Es werden nur wichtige, zentrale, aussagekräftige Stellen aus der verwendeten Literatur direkt zitiert (z.B. eine exakte Definition) – d.h. also: sparsam / zurückhaltend und gezielt wörtlich zitieren. + +Wörtliche Zitate werden zwischen Anführungs- und Schlusszeichen gesetzt, d.h. Beginn und Ende des Zitates werden kenntlich gemacht. Entweder erfolgt unmittelbar nach dem Zitat ein korrekter Kurzverweis oder das wörtliche Zitat wird mit einem Signalsatz eingeleitet (siehe Metzger, 2022, S. 186). + +9.4.1.2 Sinngemässes Zitat +Die Darstellung einer Theorie muss erarbeitet werden, d.h. die verwendeten Fachtexte dürfen nicht einfach nur gekürzt oder einzelne Wörter durch Synonyme ersetzt werden. Die Quellen sind in eigenen Worten zusammenzufassen. + +Bei der Wiedergabe von Quellen in eigenen Worten bzw. bei sinngemässer Zusammenfassung gilt es den Kurzverweis an geeigneter Stelle im Satz oder am Satz- / Abschnittende einzusetzen (siehe Metzger, 2022, S. 186). Dies damit deutlich wird, woher die Informationen, Gedanken, Ergebnisse, etc. stammen. + +Leitung HF / November 2024 +